Filmspaß mit Maske und Mindestabstand?

Kinobesuch in Corona-Zeiten - was Besucher jetzt wissen müssen

Ein Kinobesuch in Zeiten von Corona.
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30. Juni 2020 - 14:31 Uhr

Jetzt heißt's wieder: Film ab!

Eine Tüte Popcorn gehört genauso zum Kino wie der Film auf der Leinwand. Doch wie sieht so ein Kinobesuch in Zeiten von Corona aus? Und auf was müssen wir achten, wenn wir wieder in die Kinos dürfen? Einige kleinere Kinos haben schon seit einiger Zeit wieder geöffnet, nun dürfen auch größere wieder öffnen – nach vier Monate langer Zwangspause. So zum Beispiel in Berlin.

Ein etwas anderer Kinobesuch - Popcorn und Co. gibt's aber trotzdem

Eigentlich läuft's im Kino ab wie in den Supermärkten: Überall stehen Desinfektionsspender, es gibt gekennzeichnete Wege für den Ein- und Ausgang. Und wann immer man sich im Kino bewegt, muss man einen Mund-Nasen-Schutz tragen – außer am Platz, da darf man in den meisten Bundesländern die Maske abnehmen, erklärt Christian Bräuer, Verbandschef und Kinobetreiber aus Berlin, im Gespräch mit RTL. In Bayern dürfe man sie aber zum Beispiel nur zum Essen ausziehen, sagt Bräuer.

Außerdem muss der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Um den im Kinosaal garantieren zu können, bleibt immer ein Sitzplatz leer – in Bräuers 14 Programmkinos der Yorck-Gruppe sind's sogar zwei Sitzplätze. Zudem noch die Sitzreihe vorne und hintendran. "So sind wir schon fast bei 2,5 Metern nach vorne und hinten", so Christian Bräuer.

Und, auch das kennen wir vom Restaurantbesuch schon: Kauft man sich ein Ticket an der Kinokasse, muss man einen Zettel mit seinen Daten ausfüllen. So können mögliche Infektionswege zurückverfolgt werden.

Popcorn, Eis, Softdrinks und Co. gibt's weiterhin ganz normal an der Theke – nur jetzt durch die Plexiglasscheibe.

Gleichbleibende oder sogar sinkende Ticketpreise

Höhere Ticketpreise muss man erst einmal nicht befürchten – im Gegenteil: Christian Bräuer senkt bei seinen Kinos sogar den Onlinepreis um einen Euro, um Anreiz zu schaffen. "Kommt zurück, kommt ins Kino und wir wollen auch danke sagen", meint Bräuer. Danke, weil ihn so viele seiner Kunden durch Gutscheinkäufe unterstützt haben.

Bräuer und auch viele andere Kinobetreiber bitten darum, die Kinotickets online zu kaufen, damit sich in den Foyers nicht zu viele Menschen ansammeln. Denn lediglich hier sieht Bräuer eine kritische Ansteckungs-Phase. Um die zu verringern, werden die Spielzeiten entzerrt und die Notausgänge als zusätzliche Ein- und Ausgänge genutzt.

Die Ansteckungsgefahr ist geringer als in den Kneipen

Den Abstand gewähren, die Ansteckungsgefahr minimieren und den Infektionsweg zurückverfolgen – das ist in Kinos viel einfacher als in beispielsweise Kneipen, wo Alkohol getrunken wird und die Leute in Feierstimmung sind. "Es ist ein bisschen leichter organisierbar als an vielen anderen Orten", sagt Bräuer. Denn sitzt man einmal in seinem Kinosessel, bleibt man da in der Regel für die nächsten zwei Stunden auch.

Hinzu kommen die guten Lüftungssysteme, dass alle Personen im Saal nach vorne schauen – und eben nicht miteinander reden – und einen festen Sitzplatz haben.

Nur circa 20 Prozent aller Kinosessel dürfen belegt sein

Der Sicherheitsabstand muss gewährt sein, Sitzplätze müssen dafür frei bleiben – und zwar ganz schön viele. Nur knapp 20 Prozent aller Kinosessel dürfen belegt sein. Wirtschaftlich gesehen lohnt sich die Wiedereröffnung für die Kinobetreiber daher nicht.

"Für uns ist es jetzt wichtig, dass wir da sind, dass die Kultur wieder ein Teil des Lebens wird", sagt Christian Bräuer, Verbandschef und Kinobetreiber. Auf Dauer gehe das aber nicht gut, weshalb die Kinobetreiber auf eine Lockerung der Abstandsregeln im Kinosaal hoffen. "Die 1,5 Meter sind nicht wirtschaftlich", sagt er. Andere Länder und auch NRW haben bereits solche Lockerungen im Kino.

Welche Filme laufen denn überhaupt?

In der Corona-Zeit gibt es kaum Neuproduktionen – welche Filme sollen denn dann laufen? Na, da gibt's schon ein paar, denn den Produktionsstopp merkt man erst in etwa einem halben Jahr, erklärt Bräuer. Jetzt gibt es noch die Filme, die vor Corona fertig wurden. Klar, die Hollywood-Filme bleiben erst mal noch aus, aber es gibt neue deutsch-europäische Filme. Den georgischen Film Als wir tanzten zum Beispiel, der unter anderem von Homosexualität handelt. "Find ich einen der besten Filme überhaupt", sagt Bräuer. Da steht dem Kinoabend mit Popcorn trotz Corona ja nichts mehr im Wege.