Trotz laufender Ermittlungen

Wieso steht das Auto von Rebeccas Schwagers wieder vor der Haustüre?

04. Dezember 2019 - 17:53 Uhr

Auto vor der Haustüre von Rebeccas Eltern geparkt

Während die Polizei in einer großangelegten Suchaktion ein Waldstück bei Storkow in Brandenburg nach Hinweisen auf Rebeccas Verschwinden durchkämmt, taucht das sichergestellte Auto des Schwagers wieder vor dem Haus von Rebeccas Eltern auf. Seltsam: Denn nach wie vor ist unklar, ob der himbeerrote Renault Twingo etwas mit dem Verschwinden der 15-jährigen Berlinerin zu tun hat. RTL-Reporter Heinz Kegl ist vor Ort. Er hat mit Rebeccas Vater Bernd gesprochen. Seine Eindrücke von dem Gespräch beschreibt er in unserem Video.

Polizei gibt mit Spuren behaftetes Auto frei

Aus zwei Gründen ist der Renault Twingo laut Ermittlern wichtig: Im Auto wurden sowohl Haare von Rebecca als auch Fasern einer ebenfalls verschwundenen Fleecedecke gefunden. Für die Mordkommission sind das wichtige Indizien, die auf die Schuld von Florian R. hinweisen. Der 27-jährige Schwager von Rebecca und Besitzer des Autos sitzt derzeit in Untersuchungshalft, er gilt als Hauptverdächtiger in dem Fall.

Nun steht das Fahrzeug wieder in Berlin Britz statt bei der Polizei - es wurde vor dem Haus von Rebeccas Eltern geparkt. Die Spurensicherung sei "am Donnerstagabend abgeschlossen und der Wagen der Halterin übergeben worden", erfuhr die "Berliner Zeitung" aus Polizeikreisen.

Es hängt vom Einzelfall ab

Laut dem Zeitungsbericht zeigen sich erfahrene Ermittler "etwas überrascht und irritiert" über die schnelle Rückgabe des Renaults. Für den Kriminalbiologen Mark Benecke ist das keinesfalls überraschend. Es hänge ganz vom Einzelfall ab und der Frage, wie hoch der Druck der Anwälte ist, so Benecke.

Solche Untersuchungen seien sehr kompliziert, sagte Benecke im RTL-Interview am Donnerstag. Viele Personen sind an so einem Fall beteiligt. "Es ist kein Kinofilm hier, sondern eine echte verschwundene Person mit echten Angehörigen und deswegen sollte man das auch mit fachlicher Ruhe und Kompetenz abarbeiten."

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Auto wurde auf der Autobahn fotografiert

Laut Staatsanwaltschaft wurde der himbeerrote Twingo am Morgen des 18. Februar - also am Tag von Rebeccas Verschwinden - und am Abend des darauffolgenden Tages auf der A12 zwischen Berlin und Frankfurt/Oder vom Kennzeichenerfassungssystem "Kesy" erfasst. Zu den Fahrten habe der Schwager widersprüchliche Äußerungen gemacht, sagte Staatsanwalt Martin Steltner im RTL-Interview.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Rebecca am besagten Tag alleine mit ihrem Schwager gewesen sei und das Haus nicht lebend verlassen habe. Um den Hinweisen nachgehen zu können, habe man sowohl Fotos vom Auto als auch vom Verdächtigen veröffentlicht, so Steltner. 

mo