Wer hat Schwager Florian R. oder sein Auto gesehen?

Polizei bei Aktenzeichen XY: "Rebecca dürfte das Haus nicht verlassen haben"

22. März 2019 - 12:12 Uhr

Der himbeerrote Renault Twingo war auf der A12 unterwegs

Im Fall der seit 17 Tagen vermissten Rebecca (15) aus Berlin haben sich die Berliner Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei jetzt an die Öffentlichkeit gewendet. In der ZDF Sendung "Aktenzeichen XY" baten die Beamten erneut um Hinweise. Michael Hoffmann vom LKA Berlin sagte in der Sendung, man gehe inzwischen fest davon aus, "dass es sich um einen Tötungsdelikt handelt." Es werden jetzt Zeugen gesucht, die das Auto von Rebeccas Schwager Florian R. (27) am 18. und 19. Februar auf der A12 gegen kurz vor 11 zwischen Berlin und Frankfurt/Oder gesehen haben. Nach bisherigem Ermittlungstand habe zu diesen Zeiten allein Florian R. Zugriff auf das Fahrzeug gehabt. Er sitzt inzwischen wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft.

Schwager war wohl allein mit Rebecca

Die vermisste 15-Jährige hatte nach Ansicht der Ermittler zum Zeitpunkt ihrer mutmaßlichen Tötung das Haus ihres Schwagers wohl nicht verlassen. Das sagte Michael Hoffmann vom Landeskriminalamt Berlin in der ZDF-Sendung. Der dringend tatverdächtige Schwager von Rebecca sei zur mutmaßlichen Tatzeit allein mit ihr im Haus gewesen. Dies ergebe sich vor allem aus dem Telefonverhalten Rebeccas und den Router-Daten im Haus des Schwagers. Hat er sie also im Haus getötet und dann im himbeerroten Renault Twingo ihre Leiche weggeschafft?

Er habe sich bei seinen Aussagen in Widersprüche verwickelt, außerdem habe er zwei verdächtige Fahrten unternommen. Zu diesen Fahrten schweigt Florian R. bislang. Es werden jetzt Zeugen gesucht, die das Auto am 18. und 19. Februar auf der A12 gegen kurz vor 11 zwischen Berlin und Frankfurt/Oder gesehen haben.

Renault Twingo wurde von Kennzeichenerfassungssystem registriert

Mit diesem Renault Twingo fuhr Florian R. am Tag von Rebeccas Verschwinden.
Mit diesem Auto fuhr Florian R. am Tag von Rebeccas Verschwinden.
© Polizei Berlin

Der himbeerrote Renault Twingo von Florian R. und Rebeccas Schwester Jessica wurde vom Kennzeichenerfassungssystem "Kesy" registriert. Mit dem System macht die Brandenburger Polizei unter anderem Jagd auf Autodiebe. "Kesy" fotografiert vorbeifahrende Autos von hinten und hält Nummernschild, Datum und Uhrzeit fest.

Generalstaatsanwaltschaft und Polizei fragen jetzt die Öffentlichkeit:

Die Berliner Polizei hat auch ein Foto der Fleecedecke veröffentlicht.
Die Berliner Polizei hat auch ein Foto der Fleecedecke veröffentlicht.
© Polizei Berlin
  • Wer hat das Auto des Tatverdächtigen am 18. Februar gegen 11 Uhr und/oder in den Nachtstunden vom 19. auf den 20. Februar gesehen auf der A12 gesehen?
  • Wem ist der Renault Twingo am 18.2.2019 ab 10 Uhr beziehungsweise am 19.2. ab 22 Uhr auf der A12 von Berlin nach Frankfurt/ Oder aufgefallen?
  • Wo hat der Renault Twingo die Autobahn verlassen?
  • Wo war der Renault Twingo nach Verlassen der Autobahn unterwegs?
  • Wer hat die verschwundene Decke, Rebeccas Kleidungsstücke oder die Gegenstände gesehen, die sie bei sich getragen hat? Möglicherweise in der Nähe der A12 zwischen Berlin und Frankfurt / Oder?
  • Wer kann Angaben zum Aufenthaltsort des Verdächtigen zu diesen Zeiten machen?
  • Wer kennt Florian R. und kann Bezugspunkte von ihm nennen, die zwischen Berlin und Frankfurt/Oder liegen?

Hinweise nimmt die 3. Mordkommission beim Landeskriminalamt, Keithstraße 30, 10787 Berlin unter Tel. 030 / 4664-911 333 oder per E-Mail an lka113-hinweis@polizei.berlin.de entgegen. Zeugen können sich auch an jede andere Polizeidienststelle wenden.

In dem Renault wurden laut Medienberichten Haare von Rebecca sowie Fasern einer lilafarbenen Fleecedecke gefunden, die aus dem Haus des Schwagers verschwand. Florian R. schweigt bisher zu allen Vorwürfen. Rebeccas Vater glaubt nach wie vor an Florian R.s Unschuld. Im exklusiven RTL-Interview fordert er ihn auf: "Florian, rede einfach!"

Der 27-Jährige sitzt aufgrund eines erlassenen Haftbefehls wegen Totschlages in Untersuchungshaft.
Der 27-Jährige sitzt aufgrund eines erlassenen Haftbefehls wegen Totschlages in Untersuchungshaft.
© Polizei Berlin

Rebecca verschwand am 18. Februar. Den Tag zuvor hatte sie bei ihrer Schwester Jessica und deren Ehemann Florian verbracht und dort übernachtet. Am Morgen des 18. Februar zwischen sieben und acht Uhr verband sich ihr Handy noch einmal mit dem Router im Haus. Danach verliert sich ihre Spur: Rebecca war morgens nicht mehr im Haus und tauchte nicht in der Schule auf.