22. März 2019 - 16:17 Uhr

"Zweifel am dringenden Tatverdacht"

Neue Entwicklung im Fall um die vermisste Rebecca Reusch aus Berlin. Der Hauptverdächtige Florian R. ist knapp drei Wochen nach seiner Verhaftung aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Nach RTL-Informationen verließ der 27-Jährige die JVA Moabit in einem Pkw. Er fuhr in das Haus seiner Mutter.

Keine Anhaltspunkte gegen Florian R.

So wie es aussieht, hat die Berliner Polizei nichts in der Hand. Sie kann Florian R. bislang nicht nachweisen, dass er für das Verschwinden seiner Schwägerin Rebecca Reusch verantwortlich ist. 

Der 27-Jährige hat deshalb am Freitag (22. März) die JVA Moabit verlassen. Seine Anwältin hatte zuvor einen Haftprüfungstermin beantragt. Das teilte die Staatsanwaltschaft via Twitter mit. Der Hotel-Koch war zum zweiten Mal am 4. März aufgrund eines Haftbefehls wegen Totschlags festgenommen worden. Die Anklagebehörde hatte damals Beschwerde gegen seine Freilassung eingereicht.

Das ist dieses Mal anders. "Die Zweifel am Haftbefehl sind aus Sicht der Staatsanwaltschaft vertretbar", sagt Staatsanwalt Martin Steltner gegenüber RTL. "Deswegen werden wir keine Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen." Der Schwager bleibe aber im Visier der Staatsanwaltschaft, an der Richtung der Ermittlungen habe sich nichts geändert, so Steltner. Somit gilt Florian R. auch nach seiner Entlassung als Hauptverdächtiger.

Familie Reusch hält weiterhin zu Florian R.

Florian R. hatte in Untersuchungshaft kein Wort über die vermisste Rebecca Reusch verloren, er schwieg in den Verhören. Zwei Fahrten hatten den Verdacht gegen den 27-Jährigen erhärtet. Das Auto der Familie, ein himbeerroter Renault Twingo, war am Morgen des Verschwindens von Rebecca und einen Tag später auf der A12 von einem automatischen Kennzeichen-Erfassungssystem registriert worden.

Nur Florian R. hatte zu den Zeiten Zugriff auf das Fahrzeug. Außerdem soll er an dem Morgen alleine mit Rebecca in seinem Haus gewesen sein. Das Mädchen hatte die Nacht bei ihm und ihrer älteren Schwester Jessica verbracht. Die Kriminalpolizei nimmt an, dass Rebecca Reusch getötet wurde. 

Die Familie der 15-Jährigen verteidigt Florian R. jedoch vehement und glaubt fest an seine Unschuld.

RTL war mit Rebecca Reuschs Mutter Brigitte auf Spurensuche

Seit fast fünf Wochen wartet die Familie von Rebecca nun auf ein Lebenszeichen von der 15-Jährigen. Zuletzt verfolgte RTL gemeinsam mit ihrer Mutter Brigitte und Schwester Vivien eine Spur in der Nähe von Rostock. Leider blieb die Suche erfolglos. Auch die Polizei tappt weiter im Dunkeln. Unter den 1.900 Hinweisen, die bisher bei den Ermittlern eingegangen sind, war bis jetzt keine heiße Spur auf Rebecca Reusch dabei. Die Polizei sucht nach RTL-Informationen am Freitag den Scharmützelsee in Brandenburg weiter ab.

Die Verzweiflung bei Brigitte Reusch und ihrer Familie wächst unterdessen weiter. Sie geben die Hoffnung aber nicht auf, ihre Rebecca bald wieder in den Armen halten zu können. Brigitte Reusch wünscht sich vor allem, dass sich nur echte Zeugen bei der Polizei melden - damit ihre Tochter bald gefunden wird.

Eine Chronik zum Vermisstenfall Rebecca zeigen wir in der großen Doku auf TVNOW.