Jeder zehnte zwischen 12-17 Jahren hat schon mal gekifft

Verharmloste Gefahr: Cannabis-Kampagne soll Jugendliche früher erreichen

29. Mai 2020 - 17:23 Uhr

Aufklärung bei Social-Media

TikTok, Instagram, Whatsapp: Hier will die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig zukünftig Jugendliche über die Gefahr von Cannabis aufklären, bevor sie zu Drogen greifen. Weniger Konsum bei Jugendlichen funktoniere nur, "wenn wir mit Materialien auf sie zugehen, die nicht von vorgestern sind." Wie sie zur Legalisierung der Droge steht, beantwortet sie im Video.

Drogenbeauftrage warnt vor "schweren Hirnschäden"

Jeder zehnte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren hat schon mal gekifft. Bei den 18 bis 25-Jährigen steigt die Zahl sogar auf 42,5 Prozent. Das ist die Grundlage für das neue Vorgehen der Bundesregierung im Umgang mit Cannabis:

"Wir wissen mittlerweile sehr valide aus zahlreichen Studien, dass ein früher und regelmäßiger Cannabis-Konsum insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu schweren Gehrinschäden führen kann", sagt die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig heute bei der Vorstellung einer neuen Aufklärungskampagne in Berlin.

Cannabis ist bei den illegalen Drogen mit Abstand die Nr. 1 in Deutschland. Laut Drogensuchtbericht starben dadurch im Jahr 2018 1.276 Menschen Deshalb warnt die Chefin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Heidrun Thaiss, dass gerade der Konsum in jungen Jahren Psychosen oder Schizophrenie auslösen kann.

Vorbild Alkohol-Prävention

Mit einer neuen Kampagne soll jetzt noch früher auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden. Vorbild ist das Vorgehen gegen Tabak und Alkohol.

"Die Konsumzahlen bei Tabak und bei Alkohol sind so niedrig wie noch nie. Das heißt, wir waren in der Prävention echt erfolgreich", so Ludwig.

Ein Wettbewerb unter 20 Agenturen brachte die Kampagne "Mach dich schlau" als Sieger hervor. Mit klarem Schwerpunkt auf Plattformen, auf denen sich auch die jungen potentiellen Konsumenten befinden.

"Weniger Flyer, weniger Plakate, Mehr Instagram, mehr TikTok, mehr Whatsapp", so der Plan der Drogenbeauftragten.

Aufklärung in Schulen verstärken

Zusätzlich sollen aber auch Schulen und Lehrer im Umgang mit Cannabis-Prävention fit gemacht werden. Das Projekt soll im Sommer starten. Ziel ist für Daniela Ludwig ganz klar eine Bewusstseinsveränderung, weg von der Verhamlosung von Cannabis:

"Kiffen ist nicht cool, es ist cool nicht zu kiffen"