14. Juni 2019 - 18:07 Uhr

Allergie-Forscher heilt Allergien ohne Medikamente

Monatelang litt der kleine Til an schwerer Neurodermitis - so schlimm, dass seine Haut zum Teil gar nicht zu sehen war. Seine Eltern probierten alle Methoden aus, um ihren kleinen Sohn von seinen Schmerzen zu befreien. Doch nichts half, bis sie ihn in die Klinik des Allergie-Forschers Dr. Peter Liffler brachten, der wahre Wunder bewirkte – und das ganz ohne Medikamente. Seine These: Das Verhalten der Eltern beeinflusst die Allergien ihrer Kinder! Wie es dem kleinen Til jetzt geht und wie seine Haut aussieht, sehen sie im Video.

„Ich habe den Allergiecode geknackt!“

Es juckt und es tut weh: Der kleine Til leidete unter einer starken Neurodermitis. Schon im Alter von acht Wochen hatte er Ausschlag am ganzen Körper. Seine Eltern waren verzweifelt. Was sollten sie nur tun? Alle Therapien und Medikamente waren erfolglos. Dabei hätten sie nicht gedacht, dass ihr Verhalten einen Teil zur Allergie ihres Kindes beitragen würden.

Denn Til gehört zu den 80 Prozent der Allergiker, die nicht nur körperlich, sondern auch psychisch hochsensibel sind, wie Dr. Liffler in seiner Studie bestätigt. In seinem Buch "Der Allergiecode" entschlüsselte er den Code für die Entstehung von Allergien und fand dabei heraus, dass das Verhalten der Eltern die Allergie ihres Kindes beeinflussen kann. Dieses Phänomen nennt man SPS. Die gesteigerte Sensibilität kann, wenn man sie überreizt, eine Ursache für Neurodermitis und Allergien sein: "Merkmal des SPS sind erhöhte Empfindsamkeit, Emotionen werden sehr intensiv wahrgenommen und länger verarbeitet als andere und Betroffene fühlen sich oft überfordert," erklärt Dr. Liffler.

Eltern müssen ihr Verhalten anpassen

In der Klinik fing Dr. Liffler sofort mit der Behandlung an, denn auch er war geschockt, als er Til das erste Mal sah: "Ich hatte so lange kein Kind mehr gesehen, bei dem der ganze Körper so betroffen war und so schlimm aussah wie Til", erzählt er.

Vier Wochen verbrachte der Kleine in der Klinik und tatsächlich funktionierte die Behandlung. Dr. Liffler erklärte den Eltern auch, was sie gegen den Ausschlag tun können, falls er zurück kommt. Doch das war erst eine Hürde, denn Tils Eltern mussten ihr Verhalten anpassen: Tobias und Doreen bereiten ihren Sohn jetzt erst langsam auf aufregende Situationen vor. Sie bemühen sich, ihn nicht zu sehr den eigenen Emotionen auszusetzen und geben ihrem Sohn durch einen festen Tagesablauf mehr Sicherheit. Dr. Liffler warnt aber auch vor zu viel Zuneigung, denn die kann Hochsensiblen schaden. Das Verhalten der Eltern kann die Krankheit also auslösen, aber auch heilen.