Schluss mit Juckreiz

Wie eine Schatzkiste Kindern mit Neurodermitis hilft

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25. Januar 2019 - 17:20 Uhr

Von Daniela Halm

Neurodermitis gilt als die häufigste chronische Hauterkrankung – in Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen daran. Vor allem der typische Juckreiz ist für die Betroffenen sehr quälend. Doch es gibt Hilfe gegen das Jucken. Daniela Halm ist Medizinjournalistin und Mutter einer Tochter mit verschiedenen Allergien. Sie weiß, wovon sie spricht und gibt erprobte Tipps für Kinder und Erwachsene weiter. Hier ein Auszug aus Ihrem Buch "Total allergisch – na und?" Das Mutmacherbuch bei Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma & Co.

Die besten Soforthilfen bei juckender Haut

Schaffen Sie sich eine "Schatzkiste" an. In unserer Kiste sammeln wir Dinge, die gegen das Jucken helfen. Wenn es kaum noch auszuhalten ist, kann ihr Kind diese Kiste öffnen und sich mit verschiedenen Anti-Juck-Hilfen ablenken. Es gibt viele Ideen und persönliche Vorlieben. In unserer Kiste liegen Igelbälle in unterschiedlichen Größen. Damit kann man sanft oder auch kräftig über die juckende Stelle rollen. Oft hilft es schon, das benachbarte Hautareal zu massieren. Das beruhigt den Juckreiz und schont die eigentlich betroffene Stelle. Auch Streicheln hilft in vielen Fällen.

Man sollte die Kiste zusätzlich mit anderen persönlichen Lieblingsstücken füllen. Das kann ein schöner, rundgeschliffener Stein sein, den man bei Juckreizkrisen in die Hand nimmt und der einen etwas kühlt. Das können aber auch das Lieblingsbuch, eine Karte mit einem schönen Spruch, ein Foto von der Familie, von einem Freund oder einer Freundin, von einem selbst im Urlaub sein. Alles, was einem etwas bedeutet, was fröhlich macht, was an unbeschwerte Zeiten erinnert – das eignet sich für die Kiste. Und die sollte natürlich griffbereit im Zimmer stehen, damit sie im Juck-Notfall schnell zur Hand ist.

Viele kleine Tricks und viel Entspannung

In den Deckel der Kiste habe ich einen Erinnerungszettel geklebt. Darauf stehen noch einige andere Tipps und Tricks, was man tun kann, wenn es wieder mal unerträglich juckt und man sich in einer solch angespannten Situation vielleicht nicht gleich daran erinnert. Es gibt Dinge, die nicht in so eine Box passen, aber gut helfen. Spucke kann ein Wundermittel sein: einfach ein bisschen Speichel auf die Haut, dann pusten – kühlt sofort, vertreibt den quälenden Juckreiz und vor allem: dieser Trick ist immer und überall durchführbar. Einen kalten Waschlappen auf die gereizte Haut legen, geht auch, im Winter kann man einfach mit Schnee oder Eiszapfen kühlen. Achtung! Nur kurz anwenden oder einen Schutz zwischen die Haut und die kalten Helfer legen.

Und ganz wichtig: Etwas zum Entspannen sollte unbedingt in die Kiste, um den Kratzstress abzubauen. Es gibt viele gute Bücher mit Entspannungsgeschichten oder Hörbücher mit Meditationen. Auch Übungen nach Anleitung, zum Beispiel mit Elementen aus dem Yoga oder Qi Gong eignen sich. Die beruhigen den Geist und Kinder lernen wunderbar, bei Anspannung einen Gang herunterzuschalten. Am besten regelmäßig in symptomfreien Zeiten üben, dann klappt es auch in stressigen Phasen.

Das hilft, wenn's juckt:

  • Kühlpack oder kalten Waschlappen auf die juckende Haut legen
  • (Zauber-)Creme aus dem Kühlschrank auftragen oder spezielle Kühlcreme
  • Gesunde Haut um die juckende Stelle kneifen oder kneten
  • auf die juckende Stelle etwas Speichel auftragen und dann pusten
  • mit einem Igelball die (unverletzte) Haut massieren oder Kratzklötzchen ausprobieren
  • Fingernägel kurz schneiden
  • sich mit etwas Schönem ablenken
  • Tagebuch schreiben
  • Entspannungstechniken anwenden
  • Schatzkiste mit Anti-Juck-Hilfen

Das Buch "Total allergisch - na und?" von Daniela Halm ist im Springer-Verlag erschienen. Es ist auch als E-Book erhältlich.