Polizei sucht Hunde-Hasser

Nach Vergiftung? Zwölf Schlittenhunde im Schwarzwald tot

Huskies sind Schlittenhunde, die die Kälte lieben. (Symbolbild).
Huskies sind Schlittenhunde, die die Kälte lieben. (Symbolbild).
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07. September 2021 - 21:09 Uhr

Schrecklicher Verdacht der Tierquälerei

Die Reise einer Tierärztin gemeinsam mit ihren 26 Huskies in den Schwarzwald wurde zum Horror-Trip. In ihrer ersten Nacht im Kurort Dobel sind gleich zwölf ihrer geliebten Hunde auf tragische Art und Weise verstorben – zwei weitere mussten in eine Tierklinik eingeliefert werden. Das Huskie-Drama von Dobel untersucht nun die Polizei.

Polizei: Ermittlungen wegen des Verdachts der Tierquälerei

Die Tierärztin nahm kurz nach dem Verlust der Hunde Abschied von ihnen, begrub sie im Wald, wo traditionell das Schlittenhunderennen stattfindet. Doch nun nimmt die Polizei den Fall auf, die Ermittlungen laufen. War es Tierquälerei?

Es besteht der Verdacht, dass Giftköder für den Tod der Tiere verantwortlich waren. Pressesprecher Frank Weber vom zuständigen Präsidium in Pforzheim bestätigte der "Stuttgarter Zeitung": "Unsere polizeiliche Facheinheit für Gewerbe und Umwelt ermittelt wegen des Verdachts der Tierquälerei nach Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes. Eine entsprechende Anzeige liegt uns vor."

Außerdem heißt es: "Weiterhin wird geprüft, ob auch ein Anfangsverdacht auf andere Delikte, zum Beispiel nach dem Strafgesetzbuch, bestehen könnte."

Verband nimmt Hundebesitzerin in Schutz

Was den Vergiftungs-Verdacht erhärtet: Die Beamten erkannten kein Muster. Es starben Hunde verschiedenen Alters – der jüngste soll zehn Monate alt gewesen sein, der älteste 13 Jahre. Die toten Huskies waren außerdem auf verschiedene Hundeboxen verteilt. Die Tierärztin fand die leblosen Tiere teilweise neben Hunden auf, die dem Augenschein nach bei bester Gesundheit waren. Das gab der Verband Deutscher Schlittenhundesportvereine (VDSV) bekannt.

In einer Stellungnahme des Verbands wird die Besitzerin der Hunde in Schutz genommen, sie habe die Tiere in einem "geeigneten und bewährten Fahrzeug transportiert" und die Hunde in Dobel nach der Ankunft in einem großen Freilauf entlassen und versorgt.

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Täter drohen bis zu drei Jahre Haft

Der Verband reagierte daher und sagte das für Dezember in Dobel geplante Schlittenhunderennen ab: "Wir könnten derzeit die Sicherheit der Hunde nicht gewährleisten."

Schließlich ist es vollkommen unklar, ob die Polizei bis dahin schon einen Ermittlungserfolg feiern konnte. Sollte es so sein, muss der Täter mit einer Strafe rechnen. Polizeipressesprecher Weber: "Ein Verstoß nach Paragraph 17 Tierschutzgesetz wird grundsätzlich mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." (ana)