17. April 2019 - 16:52 Uhr

Vagina-Depression - es gibt sie wirklich

"Sex and the City"-Fans könen sich vielleicht noch an die Folge erinnern, als Charlotte York eine depressive Vagina diagnostiziert worden ist. Grund war zu wenig Sex. Was sich anhört wie eine lustige, aber erfundene Episode für das Drehbuch, gibt es wirklich.

Wir fragten Dr. Christian Albring, Facharzt für Frauenheilkunde aus Hannover, was hinter dem Phänomen wirklich steckt.

Was versteht man unter Vagina-Depression?

Dr. Albring: "Das Phänomen Vagina-Depression gibt es wirklich. Wir Mediziner sprechen dabei von einer sogenannten vaginalen Atrophie, also einem Altern der Vagina. Diese tritt dann auf, wenn eine Frau über eine längere Periode hinweg keinen Sex mehr hatte oder sich selbst nicht regelmäßig befriedigt.

Es kommt zu einem Abbau der Scheidenschleimhaut. Die Folge: Durch die nicht vorhandene Feuchtigkeit fühlt sich die Vagina enger und unangenehmer an, wenn es nach langer Pause wieder zum Sex kommt. Dazu können Beschwerden wie Wundsein, Juckreiz und Schmerzen beim Wasserlassen auftreten."

Wer ist davon betroffen?

Jede Frau kann es treffen, wenn längere Zeit kein Sex praktiziert wird. Häufig tritt das Phänomen der vaginalen Depression auch in den Wechseljahren auf, wenn der Körper weniger vom Geschlechtshormon Östrogen produziert, was zusätzlich zur Scheidentrockenheit führt.

Im Video: Vaginalgerüche

Die Vagina riecht komisch? Wir klären auf, ab wann Vaginalgerüche ein Zeichen für Krankheiten sein könnten.

Was hilft?

Klar, viel Sex ist die beste Lösung. Doch nicht jede Frau hat regelmäßig Geschlechtsverkehr. Singles setzen daher am besten auf Selbstbefriedigung. Kommt es nach langer Zeit wieder zum Sex mit einem Partner, sollte er oder sie ganz behutsam mit viel Vorspiel und Einfühlungsvermögen die Scheide wieder "öffnen". Gelingt das allein nicht, hilft zusätzlich Gleitgel.

"Liegt ein Hormonmangel, zum Beispiel aufgrund der Wechseljahre vor, empfiehlt sich eine örtliche Behandlung mit estriolhaltigen Scheidenzäpfchen oder -salbe", erklärt Dr. Albring.

Gibt es auch einen depressiven Penis?

Dr. Albring: "Nein. Überarbeitung, psychische Belastungen, Ängste und Depressionen eines Mannes können aber zu Erektionsstörungen führen. Anders als bei der Frau kommt es jedoch nicht zum Abbau der Schleimhäute."

Wer also einer depressiven Vagina vorbeugen will, sollte einfach der schönsten Sache der Welt nachgehen...