Für Kinder suchtkranker Eltern

Sesamstraße macht Drogensucht zum Thema

11. Oktober 2019 - 18:21 Uhr

Beliebte Puppen machen Unbegreifliches greifbar

Erwachsenenprobleme sind für Kinder schwer zu verstehen. Vor allem, wenn sie so gravierend sind wie die Sucht nach Drogen oder Alkohol bei den eigenen Eltern. Ein Problem, das ganze Familien ins Unglück stürzt und die Kleinen mit Gefühlen wie Hilflosigkeit, Wut und Schuld zurücklässt. Eine Non-Profit-Organisation der Sesamstraße hat deshalb jetzt liebevolle Videoclips veröffentlicht, die Kindern und Eltern helfen sollen, dieses ernste Thema besser zu vermitteln und zu verstehen. Wie klar und behutsam Drogensucht darin erklärt wird, sehen Sie im Video.

Rund 5,7 Millionen Kinder in den USA leben mit süchtigen Eltern

Die Videos sind Teil der Hilfsmittel, die die Initiative "Sesame Street in Communities" (Sesamstraße in Gemeinden) auf ihrer Website anbietet. Content Manager Kama Eichhorn erklärt: "Es gibt da draußen nichts anderes, das den Missbrauch von Drogen für ganz, ganz kleine Kinder verständlich macht." Doch auch süchtigen Eltern sollen die Clips helfen, ihren Kindern zu erklären, was sie durchmachen.

Dass Bedarf an mehr kindgerechter Aufklärung besteht, zeigen die Zahlen: Rund 5,7 Millionen Kinder unter elf Jahren leben demnach in den USA in Haushalten, in denen mindestens ein Elternteil eine Suchtstörung hat. Eines von drei wird deshalb in Pflegeeinrichtungen untergebracht – 50 Prozent mehr als in den vergangenen zehn Jahren, wie die Initiative auf ihrer Website berichtet.

„Es ist nicht ihre Schuld“

Auch die Eltern der zehnjährigen Salia Woodbury kämpfen seit Jahren gegen ihre Drogensucht. Gemeinsam mit der kleinen Puppe Karli, deren Mama ebenfalls Suchtprobleme hat, zeigt Salia den kleinen Sesamstraßen-Fans, dass sie nichts für die Krankheit ihrer Eltern können. "Wir sind nicht alleine und es ist okay, sich anderen Menschen gegenüber zu öffnen und über unsere Gefühle zu sprechen", erklärt sie in einem Clip.

Der Initiative "Sesame Street in Communities" ist es vor allem wichtig, betroffenen Kindern das zu sagen, was sie so dringend hören müssen. Deshalb half unter anderem der Kindertherapeut Jerry Moe mit, die frei verfügbaren Clips und weiteren Online-Hilfsmittel zu entwickeln. "Diese Jungen und Mädchen sind die ersten, die verletzt werden und leider die letzten, die Hilfe bekommen. Karli zu sehen und zu lernen, dass es nicht ihre Schuld ist, dass es schwer ist, über diese Dinge zu sprechen und okay ist, diese Gefühle zu haben, das ist das Wichtige. Und dass es Hoffnung gibt."