Tödliche Gefahr aus der Fernbedienung

Kind verschluckt Batterie und stirbt - Mutter will andere Eltern warnen

Die 17 Monate alte Reese verschluckt eine Batterie aus der Fernbedienung und stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus 1
Die 17 Monate alte Reese verschluckt eine Batterie aus der Fernbedienung und stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus 1
© Facebook/prayforreesehammersmith

04. März 2021 - 12:52 Uhr

Knopfbatterie verätzt Speiseröhre

Die kleine Reese Hamsmith aus Texas keucht und hustet. Eine starke Erkältung, vermutet der Arzt im Krankenhaus. Wieder zu Hause bemerkt Mama Trista, dass die Batterie in der Fernbedienung fehlt – und ist sofort alarmiert, wie sie der "Sun" erzählt. Ihre kleine Tochter hat die Batterie verschluckt. Jetzt zählt jede Minute.

Nach der Not-OP sieht alles gut aus

Die  17 Monate alte Reese verschluckt eine Batterie aus der Fernbedienung und stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus
Die 17 Monate alte Reese verschluckt eine Batterie aus der Fernbedienung und stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus
© Facebook/prayforreesehammersmith

Die Batterie, die die kleine Reese runtergeschluckt hatte, wird von den Ärzten im Krankenhaus sofort in einer Not-Operation entfernt. Alles noch mal gut gegangen, denkt Mama Trista. Denn verschluckte Batterien sind sehr gefährlich.

Reeses Zustand verschlechtert sich

Die 17 Monate alte Reese verschluckt eine Batterie aus der Fernbedienung und stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus
Die 17 Monate alte Reese verschluckt eine Batterie aus der Fernbedienung und stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus 1
© Facebook/prayforreesehammersmith

Obwohl die Batterie in der Not-Operation entfernt wird, entdecken die Ärzte erst später, dass sich bereits ein Loch in die Speiseröhre gebrannt hat. Dadurch gelangen Luft, Flüssigkeiten und Nahrung in andere Körperteile und verursachen Probleme. Reese muss erneut operiert werden, um diesen Tunnel zu schließen. Wieder geht soweit alles gut.

Reeses Mama ist nur ein paar Minuten weg

Und in diesen Minuten passiert es: Reese kollabiert in ihrem Krankenhausbettchen. Als ihre Mama Trista wieder zurück ins Zimmer ihrer kleinen Tochter kommt, reanimieren sie die Ärzte und Schwestern.

"Ich habe gehört, wie sie gesagt haben: Beginne mit Reanimation. Reese war für acht bis zehn Minuten bewusstlos. Aber sie haben sie zurückgeholt. Danach war sie aber noch nicht stark genug.", erzählt Mama Trista der britschen Zeitung "The Sun".

Ihre Tochter bekommt einen Luftröhrenschnitt, damit sie wieder atmen kann. Langsam wird der Zustand der Kleinen zunächst wieder stabiler. Doch dann verstirbt sie nur drei Tage später im Krankenhaus. Die Verletzungen durch die verschluckte Batterie waren zu schwer.

Kampagne: Kein Kind soll mehr sterben

Tristas Herz ist gebrochen. Sie hat ihre kleine Tochter verloren, weil die unbemerkt eine Knopfzellbatterie verschluckt hat. Diesen Schmerz sollen andere Eltern nicht erleben müssen. Deswegen geht Trista mit der Geschichte ihrer Tochter an die Öffentlichkeit.

"Kinder sterben! Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um Eltern vor diesen Gefahren zu warnen. Wir müssen auf die Industrie Druck ausüben, damit Batterien keine Gefahr mehr für unsere Kinder darstellen.", schreibt sie auf ihrer Facebook Seite.

Die Seite hat sie im Namen ihrer Tochter eingerichtet. "Pray for Reese Hamsmith", also "Betet für Reese Hamsmith" heißt die Kampagne, die Trista gestartet hat, um andere Eltern und Kinder vor diesem Schicksal zu bewahren.

Batterie verschluckt? Sofort handeln!

Vor allem für die Speiseröhre ist eine verschluckte Batterie gefährlich. Durch den Stromfluss wird häufig die Muskulatur der Speiseröhre beeinträchtigt, sodass die Batterie nicht mehr weiter in den Magen transportiert wird. Sie bleibt in der Speiseröhre stecken. Dort kommt es häufig zu chemischen Reaktionen, denn die Knopfzelle reagiert auf Speichel. Dadurch entsteht eine stark alkalische Lösung, die schnell zu Verätzungen führt. Die Batterie brennt buchstäblich ein Loch in die Speiseröhre, das sich schlimmstenfalls bis zur Luftröhre oder der Hauptschlagader ausweiten kann.

Das Tückische: Oft stecken sich Kinder Batterien unbemerkt in den Mund und sind erst mal eine Weile beschwerdefrei. Manchmal treten Symptome wie Husten und Keuchen erst nach zwei Wochen auf – und dann muss es sehr schnell gehen. So wie bei der kleinen Abigayle aus Texas, die nach einer verschluckten Batterie um ihr Leben kämpfte.

Sollten Sie den Verdacht haben, Ihr Kind könnte eine Batterie verschluckt haben, suchen Sie sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus auf.