"Das war die Hölle"

Patientin (17) wacht während Knie-OP mehrmals auf

Eine 17-jährige Frau ist während einer Knie-Operation in einer Privatklinik in Niederbayern mehrmals aufgewacht. (Symbolfoto)
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05. Oktober 2020 - 12:47 Uhr

Während der Operation alles mitbekommen

Eine 17-Jährige aus dem Landkreis Passau hat eine schlimme Knie-Operation hinter sich. Wie die Passauer Neue Presse berichtet, war sie während der Operation mehrmals aufgewacht und hatte alles mitbekommen. Als wären die Geräusche nicht schon schlimm genug, hatte sie auch noch unerträgliche Schmerzen. Und keiner der Ärzte soll etwas davon mitbekommen haben.

Patientin: „Das war die Hölle“

Die junge Frau musste sich bereits mehrmals in einer Privatklinik in Niederbayern operieren lassen. Weil sie noch sehr jung ist, habe ihr der Anästhesist nur eine Teilnarkose mit Sedierung empfohlen. Dennoch sollte sie während des Eingriffs nichts mitbekommen, sagte man ihr. Bei der letzten Operation im September ging es aber eindeutig nach hinten los, wie sie der PNP erzählt. "Das war die Hölle", soll sie gesagt haben. Als sie während der OP aufwachte, habe sie erst nicht gewusst, was los sei. Dann sei der Verstand "immer klarer geworden". Sie habe mitbekommen, wie die Ärzte einen Bohrer einsetzten und sie habe "unerträgliche Schmerzen" gehabt.

Zwischendurch konnte die 17-Jährige ihre Augen ganz leicht öffnen, aber das bekam offenbar niemand mit. Abgesehen davon, war sie nicht in der Lage, sich bemerkbar zu machen, denn sie konnte sich nicht bewegen. "Ich war unwahrscheinlich hilflos", sagte sie der PNP. "Der Körper gehorcht nicht. Das ist wie lebendig begraben sein."

Anästhesist habe sich für den Fehler entschuldigt

Die Patientin gehe von einer falschen Dosierung der Narkose- und Sedierungsmittel aus. "Ich vermute, dass zu wenig darauf geschaut worden ist", sagte sie der Zeitung. Der Anästhesist habe nach zwei Gesprächen den Fehler zugegeben und sich dafür entschuldigt. Auf Nachfrage der Zeitung bei der Privatklinik gab es offenbar keine Stellungnahme.

Ihrem Knie gehe es zwar gut, aber die junge Frau könne nur schwer über den Vorfall reden. "Wenn es ruhig ist, fallen mir die Momente ein und ich fange zum Weinen an", erzählt sie. Es sei schwer, diese Erfahrung zu verarbeiten. Die junge Frau wolle nicht auf Schmerzensgeld klagen. Ihr reiche die Entschuldigung der beteiligten Ärzte, sagte sie der PNP. Ihr sei es nur wichtig, dass andere Narkose-Patienten nicht dasselbe Schicksal erleiden müssen. "Ich möchte, dass während der OP besser darauf geschaut wird."