Wo schwul sein als Krankheit gilt

RTL-Reporter undercover beim „Homo-Heiler“

08. Mai 2020 - 11:27 Uhr

So läuft eine Konversionstherapie ab

Im Jahr 2020 sollten solche Veranstaltungen eigentlich kein Thema mehr sein, doch die Realität sieht anders aus: Nach wie vor werden in Deutschland sogenannte Konversionstherapien angeboten – Behandlungen, bei denen Homosexuelle "umgedreht" werden sollen. Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Sexualität als Krankheit bezeichnet wird, die es dringend loszuwerden gilt? Unser Reporter Dominique Fleckinger hat eins dieser absurden Seminare besucht. Was er dabei herausfand, sehen Sie im Video.

„Schweres körperliches und seelisches Leid“

Noch immer werden schätzungsweise 2.000 Konversionstherapien pro Jahr in Deutschland durchgeführt. Doch das soll sich ändern: Gesundheitsminister Jens Spahn setzt sich für ein Gesetz ein, das diese gefährlichen Angebote verbietet. "Wo sie durchgeführt werden, entsteht oft schweres körperliches und seelisches Leid. Diese angebliche Therapie macht krank und nicht gesund", stellt er klar. Das neue Gesetz soll Mitte 2021 in Kraft treten, bei Verstößen drohen dann eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder hohe Bußgelder.

Auch Ex-"Deutschland sucht den Superstar"-Kandidat Marcio Pereira Conrado hat in seiner Heimat Schweiz schlimme Erfahrungen mit einer solchen "Therapie" gemacht. Als er sich mit 11 Jahren als schwul outete, ging er seiner strenggläubigen Mutter zuliebe in eine extrem konservative Kirchengemeinde, um sich "umpolen" zu lassen. Warum er ihr heute trotzdem dankbar ist, erzählt er hier.