„Schweiger ist Künstler, kein Staatsrechtler und kein Virologe“

Christian Lindner verteidigt Til Schweiger nach umstrittener Aussage zu Kinder-Impfungen

FDP-Vorsitzender Christian Lindner nimmt Til Schweiger bei "RTL Direkt" in Schutz.
FDP-Vorsitzender Christian Lindner nimmt Til Schweiger bei "RTL Direkt" in Schutz.
© RTL

08. September 2021 - 11:04 Uhr

FDP-Chef Christian Lindner äußert sich bei „RTL Direkt“ zu Til Schweiger

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat den Schauspieler Til Schweiger nach dessen Äußerungen zu Kinder-Impfungen und Corona-Maßnahmen vor Kritik in Schutz genommen. "Entsetzlich finde ich das", hatte Til Schweiger im Trailer zu einem Dokumentarfilm über die Corona-Impfung von Kindern gesagt.

Christian Lindner: Til Schweiger hat Recht auf freie Meinungsäußerung

"Schweiger ist Künstler, kein Staatsrechtler und kein Virologe", sagte Christian Lindner in der Sendung "RTL Direkt". Schweiger habe das Recht auf freie Meinungsäußerung. Man müsse verstehen, was er meine, bevor man es skandalisiere. Es gebe keine Impfpflicht, und wenn Til Schweiger zu einer anderen Abwägung komme, müsse man diese ernst nehmen. "Und selbstverständlich hat das Parlament Rechte an die Regierungen abgegeben, und es ist empfindlich in Grundrechte eingegriffen worden", so der FDP-Vorsitzende.

Christian Lindner sagte weiter, er verstehe Til Schweigers Aussage so: "Er plädiert für die Wahlfreiheit bei den Impfungen, und ich empfehle, dass man sich impfen lässt, und auf der anderen Seite macht er darauf aufmerksam, dass wir wieder in Zustand der Normalität zurückkehren sollten."

Til Schweiger spricht in einer Doku über Corona-Impfungen für Kinder und findet sie "entsetzlich".
Til Schweiger spricht in einer Doku über Corona-Impfungen für Kinder und findet sie "entsetzlich".
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Laut Til Schweiger sei das Coronavirus „harmlos“ für Kinder

"Für Kinder ist dieser Virus absolut harmlos. Die Gefahr von einer Impfung, die man nicht erforscht hat, ist ungleich höher als der Virus selber", hatte Til Schweiger in einem Clip behauptet, der von einem YouTube-Kanal mit gerade einmal 3.100 Abonnenten (Stand 6. September) gepostet wurde. "Deswegen halte ich das persönlich für entsetzlich. Entsetzlich finde ich das." Damit widersprach er der offiziellen Empfehlung der Stiko.

Belege für seine Behauptungen liefert der 57-jährige Schauspieler, der Vater von vier Kindern ist, nicht mit. (csp)