Zum Schutz der Kinder

Klare Mehrheit der Deutschen für Impfpflicht

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21. Februar 2019 - 16:36 Uhr

Zwang zum Schutz der Kinder

Soll der Staat Eltern vorschreiben, dass sie ihre Kleinen gegen gefährliche Krankheiten impfen lassen? Eine klare Mehrheit der Deutschen sagt dazu: JA! Aktuelle Zahlen zeigen, dass das bei manchen Erregern auch dringend nötig wäre.

Angst vor Impfungen

In der vergangenen Woche machte die Leiterin einer Essener Kita Schlagzeilen. Sie werde nur noch Kinder aufnehmen, die geimpft sind, kündigte sie an. Denn immer häufiger fehlt bei den Kleinsten der Schutz gegen Mumps, Masern und Röteln. Denn manche Eltern haben mehr Angst vor den Nebenwirkungen der Spritzen, als vor den Krankheiten selbst.

Umfrage: Kinder sollten geimpft sein

Doch wenn es um Kinder geht, hat eine Mehrheit der Deutschen eine klare Meinung. 87 Prozent befürworten eine Impf-PFLICHT für den Nachwuchs im Kindergarten- und Krippenalter. Das ergab eine Umfrage unter 2000 Bürgern im Auftrag der Schwenninger Krankenkasse. 81 Prozent fänden sie auch für Schulkinder sinnvoll.

Bessere Impfmoral im Osten

Regelmäßig impfen lassen sich der Umfrage zufolge aber nur 59 Prozent der Deutschen. Es gibt dabei einen auffälligen Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten lassen sich 67 Prozent regelmäßig impfen, im Westen dagegen nur 57 Prozent. Das dürfte daran liegen, dass es in der DDR eine Pflicht zur Impfung gegen zahlreiche Krankheiten gab. In der Bundesrepublik musste man sich nur gegen die Pocken impfen lassen – und das auch nur bis 1976, denn danach war die Krankheit ausgerottet.

Masern wieder auf dem Vormarsch

Laut Deutschem Ethikrat haben sich die Impfquoten bei Minderjährigen in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren zwar kontinuierlich erhöht. Es gebe aber nach wie vor Defizite, sowohl beim Impfschutz von Kindern als auch beim Impfschutz von Jugendlichen und Erwachsenen. Das Thema beschäftigt Mediziner und Politiker, weil sich manche Krankheiten wieder ausbreiten – die Masern zum Beispiel. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich die weltweiten Fälle im Jahr 2018 auf 229.000 verdoppelt.

Diese Impf-Beschwerden sind normal

Beschwerden nach einer Impfung sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) übrigens nicht ungewöhnlich. Typisch seien Rötung, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle, auch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen seien möglich. "Diese Reaktionen sind Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff", heißt auf der Internetseite des RKI. Schwerwiegende Impfkomplikationen seien aber sehr selten.