RTL News>Familie>

Ultraschall-Check ohne medizinische Notwendigkeit? Damit ist bald Schluss!

Debatte um „Baby-Kino“

Ultraschall-Check ohne medizinische Notwendigkeit? Damit ist bald Schluss!

Ultraschalluntersuchungen bei Schwangeren nötig
Experten befürchten, dass zu viele Ultraschalluntersuchungen dem ungeborenen Baby schaden.
iStockphoto

Experten befürchten, dass Ultraschall dem Kind schadet

Medizinisch nicht notwendiges „Baby-Kino“ ist ab 2021 verboten. Zwar sind 3D- und 4D-Ultraschall-Aufnahmen generell noch möglich. Doch nur, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht.

Berufsverband der Frauenärzte ist gegen „Baby-Kino"

Ein Baby zu bekommen, ist eine wunderbare Sache. Und mit jedem Monat, den die Geburt näher rückt, steigt die Spannung: Wie wird das Baby aussehen? Geht es ihm gut? Dem ungeborenen Baby dabei zuschauen, wie es mit seinen Fingern oder Füßen spielt. Wie es lächelt, strampelt oder einfach nur schläft – eine wunderbare Vorstellung für alle ungeduldigen Bald-Mamis und Papis. Verständlich, dass viele Eltern zusätzlich zu den medizinisch notwendigen Untersuchungen auch Angebote für einen „Wunsch-Ultraschall“ gerne nutzen.

3D Ultraschallaufnahmen des kleinen Engels, gestochen scharf. Oder noch viel besser: die vierdimensonale Variante, auch „Baby-Kino“ oder „Baby-TV“ genannt. Doch die Möglichkeiten für solche Zusatz-Ultraschall-Untersuchungen wird nun deutlich eingeschränkt. Ab 2021 soll der 3D-Ultraschall bei Schwangeren nicht mehr zum Einsatz kommen und verboten werden, wie der Berufsverband der Frauenärzte mitteilt. Es gibt Bedenken, dass von dem Ultraschall eine Gesundheitsgefahr ausgehe.

Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft sind zwar weiterhin gesetzlich vorgegeben und fester Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorge . Der 3D-Ultraschall soll jedoch nur eingesetzt werden, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht.

7 Anzeichen, dass Sie schwanger sind So erkennen Sie eine Schwangerschaft
00:51 min
So erkennen Sie eine Schwangerschaft
7 Anzeichen, dass Sie schwanger sind

30 weitere Videos

Eltern sollte es nicht um eindrucksvolle Baby-Bilder gehen

Hintergrund für das Verbot ist die neue Strahlenschutzverordnung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, die seit Ende 2018 gilt. Darin heißt es: „Nach der am 31. Dezember 2018 in Kraft getretenen Modernisierung des Strahlenschutzrechtes sind Untersuchungen, die nicht der Diagnostik dienen, also nicht durchgeführt werden, um medizinische Fragestellungen zu beantworten, künftig verboten.“

Konkret heißt das für werdende Mütter und Väter: Wenn der Arzt den 3D-Ultraschall als notwendig für die Diagnostik ansieht, ist dieser weiterhin erlaubt. Besteht aber kein medizinischer Grund und wollen die Eltern lediglich ein noch eindrucksvolleres Foto oder Filmchen ihres Babys haben, ist der 3D-Ultraschall untersagt.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Ist der 3D-Ultraschall schädlich?

Aber warum die Verordnung? Kann ein 3D- oder 4D-Ultraschall dem Baby etwa doch ernsthaft schaden? Bislang galt der 3D-Ultraschall als frei von ernsthaften, gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind. Experten sind sich uneins, ob der 3D-Ultraschall tatsächlich ein gesundheitliches Risiko für das Ungeborene darstellt.

Das Problem, das die Gegner sehen: 3D- und 4D-Aufnahmen bringen eine höhere Schallbelastung mit sich als andere Ultraschallaufnahmen. Durch die höhere Schallbelastung besteht die Gefahr, dass sich das untersuchte Gewebe erwärmt. Medizinisch notwendige, möglichst kurze Untersuchungen seien zwar unproblematisch, bei längerer Dauer erwärme Ultraschall das Gewebe aber um bis zu vier Grad, so der Saarbrücker Frauenarzt Dr. Jochen Frenzel. Welche Folgen eine Erwärmung des Gewebes für das ungeborene Kind haben könnte, darüber sind sich die Forscher uneins. Grundsätzlich geht es aber bei der Verordnung vor allem darum, ungeborene Babys vor unnötigen Einflüssen zu schützen.

Freudige Erwartung statt Babyfernsehen

Seit Jahren boomt der Markt mit dem Baby-Kino. Immer mehr kommerzielle Anbieter spezialisieren sich auf das Geschäft mit den Ungeborenen. Ultraschallgeräte kann man mittlerweile auch für den Hausgebrauch erwerben. Und genau das ist einigen Experten ein Dorn im Auge. Denn ein Ultraschall-check ist eine wunderbare Sache, um mögliche Krankheiten oder Fehlbildungen zu erkennen. Aber es ist eine medizinische Untersuchung und eine Strahlenbelastung, der das ungeborene Baby völlig unnötig ausgesetzt wird, wenn es lediglich darum geht, ein niedliches Souvenir zu erhalten. Und dieser Kommerzialisierung eigentlich medizinischer Untersuchungen soll die Verordnung einen Riegel vorschieben.