In Barcelona ist er nicht dabeiUli Hoeneß privat: So erklärt er seinen Enkeln seine Bayern-Reisen

Wenn sein FC Bayern München am Dienstagabend in die neue Champions-League-Saison startet (ab 21 Uhr im RTL-Liveticker), dann wird Uli Hoeneß vor dem TV sitzen und vom Tegernsee aus die Daumen drücken. Zum ersten Gruppenspiel bei den Katalanen ist er aufgrund der Corona-Situation nicht mitgeflogen. Die wichtigsten Auswärtsreisen will sich der Ehrenpräsident des Rekordmeisters aber auch in Zukunft nicht nehmen lassen – auch wenn seine Enkelkinder gerne mehr Zeit mit ihrem Opa hätten. Dann hat der 69-Jährige, der aktuell gesundheitlich angeschlagen ist und Sorge vor einer Wirbelsäulen-OP hat, eine Erklärung für Anton, Emil, Leopold und Ferdinand parat.
Hoeneß: Familie hat Verständnis für seine Bayern-Reisen
„Wie immer werde ich alle Heimspiele anschauen. Normalerweise auch alle Champions-League-Spiele. Nach Barcelona fliege ich mal nicht mit. Sobald sich die Inzidenz international verbessert, werde ich die Mannschaft auch dort wieder unterstützen“, erklärte Hoeneß im Gespräch mit dem Radiosender „Bayern 1“.
Zu Auswärtsspielen in der Liga würde es ihn aber „eher nicht“ ziehen: „Da habe ich Verpflichtungen meinen Enkelkindern, meiner Tochter, meinem Sohn, meiner Frau gegenüber.“ Aber auch da macht der Ex-Boss der Bayern natürlich Ausnahmen: „Wenn jetzt Bayern in Dortmund spielt und es um viel geht, fliege ich spontan mit. Dann erkläre ich Anton, Emil, Leopold oder Ferdinand, dass der Opa dahin muss. Sie sind alle Bayern-Fans. Der eine hat das Lewandowski-Trikot, der andere von Ribéry, von Müller und von Neuer. Da haben die Verständnis.“
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Hoeneß lästert über Barcelona: „Eigentlich pleite!“
Wie der sportliche Schlagabtausch in der Königsklasse am Abend ausgehen wird, da wollte sich Hoeneß offenbar nicht genau festlegen. Mit Blick auf die Finanzen der Clubs steht für den 69-Jährigen aber ganz klar fest, wer im Vergleich besser abschneidet. „Barcelona ist eigentlich pleite! Wenn Barcelona in Deutschland wäre, wäre das ein Fall für den Insolvenzrichter. Barcelona ist für uns überhaupt kein Vorbild mehr“, schimpft er.
Hoeneß erinnert sich an eine Situation mit Bayerns Ex-Spieler David Alaba, der im Sommer ablösefrei zu Real Madrid wechselte: „David Alaba zum Beispiel hat mir mal erzählt: ‚Mein Traum ist es immer noch, in Barcelona zu spielen.‘ Dann habe ich zu ihm gesagt: ‚Willst Du da mit dem Präsidenten oder mit dem Insolvenzverwalter verhandeln?‘“
Dennoch weiß der Ex-Boss auch, dass selbst bei den Bayern die finanzielle Lage nicht mehr so rosig ist wie früher. „Der FC Bayern war bis zur Pandemie ein Vorzeigeclub auf der Welt. Den großen Erfolg ohne wirtschaftliche Erfolge, das hat fast keiner verstanden“, so Hoeneß. „Durch die Pandemie ist das schwieriger geworden. Ohne Zuschauer haben wir jährlich 80 bis 100 Millionen Euro verloren. Die haben dazu geführt, dass unser Festgeldkonto, das mal richtig dick war, abgeschmolzen ist. Es ist noch da. Aber wenn das noch lange so geht, wird es irgendwann schwierig.“
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Hoeneß: Gesundheit steht über allem
Für Hoeneß privat sind aber schon lange nicht mehr die Finanzen das Wichtigste: „Ich bin momentan angeschlagen, habe Nachwirkungen von meinem Flugzeugabsturz an der Halswirbelsäule“, gestand er. Der einstige Bayern-Spieler war am 17. Februar 1982 als Manager des Clubs in einem Privatjet von München unterwegs nach Hannover zu einem Länderspiel, als er abstürzte. „Ich hoffe nicht, dass ich da operiert werden muss. Ich merke seit langer, langer Zeit mal wieder, dass die Gesundheit das Wichtigste ist.“
Trotzdem nimmt Sport noch immer einen riesigen Teil in seinem Leben ein. Und wenn es nicht der Fußball ist, dann das Golfen. „Auch jetzt beim Länderspiel Deutschland gegen Armenien habe ich bis zum 3:0 geschaut, dann war es entschieden – dann habe ich Golf geschaut“, gestand der Golf-Fan. „Donnerstag bis Sonntag schaue ich Golf – PGA. Der Hansi Flick möge es mir verzeihen.“
Aber egal, welche Golf-Stars am Dienstagabend auf den Golfplätzen dieser Welt unterwegs sind: Da schaut Hoeneß ganz sicher seine Bayern. (ana)




