Katastrophe ausgeblieben

Trümmer von China-Rakete stürzen in Indischen Ozean

Überreste einer chinesischen Rakete sind ind en Indischen Ozean gestürzt.
Überreste einer chinesischen Rakete sind ind en Indischen Ozean gestürzt.
© dpa, Ju Zhenhua, MAS sei

12. Mai 2021 - 15:53 Uhr

Keine Trümmerteile über bewohntem Gebiet niedergegangen

Die Sorge war groß, dass Trümmerteile über bewohntem Gebiet abstürzen. Doch die Überreste einer chinesischen Rakete sind zwischen der Arabischen Halbinsel und Indien ins offene Meer gestürzt. Das meldeten chinesische Staatsmedien am Sonntagmorgen. Die Rakete wird für den Bau der ersten chinesischen Raumstation genutzt.

"Langer Marsch"-Rakete brachte Modul zu chinesischer Raumstation

Chinesische Rakete "Langer Marsch 5B"
Die Chinesische Rakete "Langer Marsch 5B".
© dpa, Guo Wenbin, vco hjb

Den Angaben zufolge verbrannten die meisten Überreste des Flugkörpers beim Eintritt in die Atmosphäre, die restlichen Trümmer fielen in den Indischen Ozean. Die Rakete vom Typ "Langer Marsch 5B" hatte am 29. April das 22 Tonnen schwere Modul "Tianhe" (Himmlische Harmonie) ins All gebracht. Es soll den Hauptteil der chinesischen Raumstation bilden.

Vor einem Jahr gingen Trümmerteile über der Elfenbeinküste nieder

Zuvor hatten Experten gewarnt, Trümmer könnten am Wochenende "unkontrolliert" in die Atmosphäre eintreten. Schließlich sei die Rakete nicht dafür gebaut, durch Triebwerke so gesteuert zu werden, dass sie gezielt über einem unbewohnten Gebiet oder dem Meer in die Atmosphäre gelangt. Es wurde vor einem ähnlichen Szenario wie im Mai 2020 gewarnt: Damals waren nach dem ersten Flug des neuen Raketentyps Trümmer in der Elfenbeinküste (Westafrika) niedergegangen und hatten lokalen Berichten zufolge Häuser beschädigt.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

China-Raketenstufe nicht für Umlaufbahn um Erde ausgelegt

Solche Raketenstufen seien nicht dafür ausgelegt, überhaupt in eine Umlaufbahn um die Erde zu gelangen, berichtete Marlon Sorge vom Zentrum für Wiedereintritt-Studien (CORDS) der Aerospace Corporation in Kalifornien. Vielmehr sei ihre Flugbahn gewöhnlich so geplant, dass sie nach dem Start in ein sicheres Absturzgebiet fallen – etwa ins Meer. Wenn eine Rakete im Orbit sei, müsse ein sogenanntes Deorbit-Manöver vorgenommen werden. Dabei würden Triebwerke genutzt, um den Wiedereintrittspunkt kontrolliert zu wählen.

Auch interessant