RTL News>Life>

Trotz schwerer Lungenkrankheit: PCR-Tests muss Michelle selbst zahlen

24-Jährige kann sich nicht impfen lassen

Lungenkranke Michelle muss für PCR-Test selbst zahlen

Michelle Schindlmeier
Michelle Schindlmeier ist eine Kämpferin.
Michelle Schindlmeier

Michelle: "Kostenlose PCR Tests wären für mich wahnsinnig wichtig"

Aktuell ist die Debatte um die 2G-Regel groß. Das folgende Schicksal zeigt, dass sie komplex ist: Michelle Schindlmeier aus Stallwang ist krank und kann sich nicht impfen lassen. Um trotzdem am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, muss sie sich PCR-Tests unterziehen. Doch auf den Kosten bleibt sie sitzen, 80 Euro kostet jeder Test. „Ich fühle mich ungerecht behandelt, weil ich trotz eines Attests ausgeschlossen und gar nicht erst beachtet werde. Und damit die selben Nachteile erfahre, wie Leute, die sich ohne weiteres impfen lassen können und damit der Gesellschaft helfen würden“, sagt sie in einem RTL-Interview.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattforminstagram, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

Sie ist eine Kämpferin, das beweist sie jeden Tag aufs Neue und teilt es auch in den sozialen Netzwerken. Michelle Schindlmeier leidet an einer unbekannten Lungenkrankheit. Nur 20 Prozent ihrer Lunge funktionieren. Der Schlauch in der Nase ist ihr ständiger Begleiter. „Treppen steigen oder Haushaltstätigkeiten sind für mich nicht mehr möglich. Außerdem kann ich auch nicht mehr arbeiten und bekomme volle Erwerbsminderungsrente. Um meinen Gesundheitszustand zu halten, sind eine regelmäßige Atemtherapie und häufige Inhalationen, Arztbesuche und Antibiotika-Infusionen notwendig“, sagt Michelle.

Erst kürzlich war Michelle mit ihrem Mann Alexander im Urlaub. Eine Tour durch Deutschland. Denn obwohl die 24-Jährige schwer krank ist, lässt sie sich ihren Lebensmut nicht nehmen. „Mein Mann ist mir eine große Stütze und ohne ihn könnte ich am Leben nicht so teilhaben, wie ich es durch ihn kann. Da ich ja auch bei längeren Strecken auf einen Rollstuhl angewiesen bin und wie oben erwähnt meinen Alltag ohne Hilfe kaum meistern kann.“

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattforminstagram, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

Einfacher würde sich ihr Leben mit einer Impfung gestalten lassen. Doch die Ärzte raten ihr davon ab, die gesundheitlichen Risiken seien zu groß. Ein Test hat ergeben, dass Michelle allergisch auf die Stoffe reagiert. „Auch würde ich mögliche normale Nebenwirkungen nicht so leicht weg stecken, wie ein gesunder Mensch ohne Vorerkrankung“, sagt die 24-Jährige. So bleibt ihr keine andere Wahl, obwohl sie möchte, kann sie sich nicht impfen lassen.

Was sagt die Politik?

Und jetzt? Seit Samstag ist ihre bayrische Heimat ein regionaler Corona-Hotspot. Sprich: Dort gilt ab sofort die 3G-plus oder 2G-Pflicht. Wenn Michelle also jetzt ins Restaurant oder zum Frisör möchte, braucht sie einen PCR-Test. „Ich habe mit der Stadt Straubing telefoniert und folgende Antwort bekommen: Kostenlose PCR Tests dürfen nur bei Symptomen oder Anordnung des Gesundheitsamts durchgeführt werden“, erklärt Michelle. Auch auf der Internetseite der Stadt findet man folgende Informationen: „Anspruchsberechtigt für kostenlosen PCR-Test sind: Enge Kontaktpersonen, Personen, die einen Warnhinweis der Corona-Warn-App erhalten haben oder PCR-Bestätigungstestungen nach positivem Schnelltest“.

Sie und andere Kranke fallen aus dem Raster, für die ein kostenloser PCR-Test möglich ist. Und was sagt die Politik? Gegenüber der Passauer Neue Presse reagiert das bayrische Gesundheitsministerium wie folgt: "Der Freistaat Bayern hat die Problematik erkannt", teilt ein Sprecher mit. Es werde nun daran gearbeitet, dieses Problem zu lösen.

Michelle will auch anderen eine Stimme geben

Michelle hat eine Botschaft: „Durch die Gefahr von Corona unternehme ich ja ohnehin kaum etwas, ziehe mich sehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Daher wäre es für mich umso wichtiger, dass ich bei Unternehmungen, die weniger risikoreich sind, nicht auch noch finanzielle Steine in den Weg gelegt bekomme.“ (jma)