Es geht 40 Meter in die Tiefe

Trottellummenküken wagen den Klippensprung

Lummensprung auf Helgoland hat begonnen
Lummensprung auf Helgoland hat begonnen
© dpa, Marcus Brandt, bra

16. Juni 2021 - 8:15 Uhr

Küken überleben Sprünge aus bis zu 150 Metern

Sie springen wieder – und zwar 40 Meter in die Tiefe! Auf Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland stürzen sich gerade wieder die Trottellummenküken von den Klippen, um ins Meer zu ihren Eltern zu gelangen.

Obwohl die Tiere noch nicht fliegen können, überstehen sie dank ihrer Fettpolsterung und ihres leichten Knochenbaus in der Regel unbeschadet auch Sprünge aus bis zu 150 Metern Höhe. Das ist noch wesentlich höher als die Klippen auf Helgoland. Ziel des Sprungs ist es, zu ihren Eltern ins Wasser zu gelangen, die sie dort einfacher mit Nahrung versorgen können. Für die kleinen Vögel ist das ein großer Schritt.

Ab drei Wochen geht's in die Tiefe

Trottellummen
Trottellummen bevölkern den so genannten "Lummenfelsen". Foto: Christian Hager/Archiv
© deutsche presse agentur

Mit etwa drei Wochen springen die kleinen Vögel vom Lummenfelsen entweder direkt ins Wasser oder auf den Boden - je nach Ausgangspunkt. Die Sprünge werden sich voraussichtlich noch bis Mitte Juli ziehen. Wegen des kalten Frühjahres haben viele Trottellummenpaare später angefangen zu brüten, wie der ornithologische Schutzgebietsbetreuer des Vereins Jordsand auf Helgoland, Elmar Ballstaedt, erklärt. Manche der Trottellummen brüteten derzeit noch das Ei aus, manche Jungtiere seien noch sehr klein – und andere sind schon sprungbereit.

Einige Tiere versuchten es tagelang immer wieder, bis sie sich trauten, sagte Ballstaedt. Die Küken, die hinter der aus Küstenschutzgründen gebauten Mauer landen und daher nicht selbstständig ins Meer gelangen können, werden von Helfern auf den richtigen Weg gebracht.

(dpa/fst)

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