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Tragisches Unglück in Italien: Schwestern Alessia (15) und Giulia (17) von Zug erfasst - beide sterben

Die 15-Jährige versuchte, ihre große Schwester zu retten

Tragisches Unglück in Riccione: Zwei Schwestern werden nach Diskobesuch vom Zug erfasst und sterben

Riccione: Schwestern (15,17) von Zug erfasst
Die Jüngere der beiden Schwestern hatte versucht, ihre große Schwester zu retten.
Instagram_GiuliaP.

Es dauerte nur 12 Sekunden. Dann wurden Giulia und Alessia P. von einem einfahrenden Zug in der Station „Riccione“ in Italien erfasst. In dieser kurzen Zeit wurde das Leben von zwei jungen Schwestern ausgelöscht. Warum diese Tragödie passiert ist, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Klar ist, die 15-Jährige wollte ihre 17-jährige Schwester retten. Doch dann erfasste der einfahrende Zug beide Teenager. Sie waren sofort tot.

Augenzeugen über das Zugunglück in Riccione: „Ich werde die grausamen Bilder nie mehr vergessen“

Giulia (17) und Alessia P. (15) waren unzertrennlich. Die Italienerinnen lebten laut dem italienischen TV-Sender „Rai“ bei ihrem leiblichen Vater. Ihre Mutter weit weg von ihnen, in Rumänien. Die Teenager waren bereit, für die Andere ihr Leben zu geben. Das teilten sie auch immer wieder auf Social Media mit. Giulia P. schrieb rührend auf ihrem Instagram-Kanal: „Meine Schwester ist der Grund, wofür ich lebe. Du bist nicht nur meine Schwester, sondern auch meine beste Freundin.“

Eine Liebe bis zum Tod. Denn so ist es tragischerweise gekommen. Am vergangenen Wochenende sollen die beiden Mädchen in einer Disko gemeinsam mit Freunden tanzen gewesen sein. Als sie in den frühen Morgenstunden mit dem Zug nach Hause zu ihrem Vater zurückkehren wollen, passiert das Unglück.

Mehrere Zeugen sollen die ganze Szene mit angesehen haben. Einer von ihnen, Stefano G. erzählt im Interview mit „Il Corriere della Sera“: „Das Mädchen mit dem grünen Kleid saß auf den Gleisen, die andere hat versucht sie von dort runter zu holen. Ich und auch andere haben geschrien. Dann wurden beide erfasst. Das Ganze spielte sich in Sekundenschnelle ab.“ Der Zeuge kann das Erlebte kaum verarbeiten: „Ich werde die grausamen Bilder vom Zusammenprall nie mehr vergessen.“

Vater der beiden Töchter am Boden zerstört: „Ich habe alles verloren“

Die Ermittler versuchen nun zu klären, warum die Tragödie passiert ist, was die ältere Schwester dazu bewegt hat, sich auf die Gleise zu setzen. Ein toxikologisches Gutachten soll jetzt klären, ob eventuell Alkohol oder Drogen im Spiel gewesen sein könnten. Einen Suizid schließt die Polizei eher aus. Denn nur wenige Minuten vor dem Unfall haben die Mädchen noch ihren Vater angerufen, ihm gesagt, dass sie jetzt den Zug nehmen und nach Hause kommen.

Der Vater, Vittorio P., macht sich große Vorwürfe. Im Gespräch mit dem Bürgermeister von Riccione soll dieser gesagt haben: „Ich habe sie eigentlich immer gebracht und geholt, wenn sie mal aus sind. Mir ging es nicht gut und sie hatten darum gebeten, mit dem Zug zu fahren und ich habe es erlaubt.“ Nun sei sein Leben zerstört. Seine beiden Töchter seien alles für ihn gewesen, jetzt habe er alles verloren, so der trauernde Vater. (mca)