Sie wollten ihre Bahn noch erwischen

Bruckberg (Bayern): Zwei Brüder von durchfahrendem Zug erfasst und getötet

Am Bahnhof in Bruckberg bei Landshut (Bayern) sind zwei Schüler von einem durchfahrenden Regionalzug erfasst und tödlich verletzt worden.
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14. Oktober 2020 - 10:31 Uhr

Unfall mit Regionalbahn am Bahnhof Bruckberg

In Bruckberg (Bayern) ist es am Dienstagmorgen zu einem tödlichen Unfall gekommen: Zwei Brüder (13 und 17 Jahre alt) sind von einem durchfahrenden Regionalzug erfasst und getötet worden. Der Unfall ereignete sich am Bahnhof. Die beiden Schüler sind offenbar über die Gleise gelaufen und wurden von dem durchfahrenden Zug erfasst.

Brüder von durchfahrendem Zug am Bahnhof erfasst

Hasan A. (17) und Blerian A. (13) waren laut Polizei am Bahnhof und wollten einen bereits stehenden Regionalzug von Bruckberg nach Landshut erwischen. Dafür liefen sie über die Gleise und wurden von einem entgegenkommenden Zug erfasst, der Richtung München unterwegs war. Der Regionalzug wollte nicht am Bahnhof halten, sondern einfach durchfahren. Offenbar hatten die Schüler damit nicht gerechnet. Der Zugführer habe noch eine Notbremsung einleiten wollen, es sei aber zu spät gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Die Familie habe noch einen weiteren Sohn, erzählt der Onkel der Schüler im RTL-Interview. Arigon A. habe den Unfall am Morgen mit ansehen müssen. Offenbar war er mit seinen Brüdern auf dem Schulweg und hatte nur Glück, weil er langsamer als die anderen gelaufen ist. Der Junge befinde sich aufgrund der psychischen Situation im Krankenhaus. Auch die Mutter der Schüler habe den Unfall mitbekommen, da sie ihre Kinder zum Bahnhof gefahren habe. Ihr älterer Sohn Hasan hätte noch vor einiger Zeit seine theoretische Führerscheinprüfung bestanden, er wollte bald studieren. 

100 Rettungskräfte im Einsatz

Bis zum Mittag waren zahlreiche Einsatzkräfte sowie Mitarbeiter von Kriseninterventionsteams vor Ort. Schüler und Pendler sind vor Ort betreut worden. Die Bahnstrecke war zeitweise gesperrt und ist am Mittag wieder freigegeben worden.

Ein solcher Fall soll bisher an diesem Ort nicht vorgekommen sein. Die Schranke geht dort über den Fußgänger-Überweg. Um vorbeizukommen, müsste man unter der Schranke durch. Es gab laut Polizei weder einen technischen Defekt, noch sei die Stelle unübersichtlich. Nur höre man den Zug nicht unbedingt kommen, daher sei es ein schrecklicher Unfall gewesen.