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Tochter verzweifelt an PayPal-Guthaben: Kundenservice verlangt Mail von ihrem toten Vater!

Nervenaufreibender Kampf mit Kundenservice

PayPal verlangt Mail von totem Vater! Tochter verzweifelt an Online-Bankguthaben

Julia Schatz und ihr verstorbener Vater
Julia Schatz und ihr verstorbener Vater
Privat

Zwei Jahre nach dem Tod begann die PayPal-Odysee

Als Julia Schatz Vater vor zwei Jahren verstarb, kümmerte sich seine Tochter als Bevollmächtigte um die Auflösung aller Konten – vom Bankkonto bis hin zum Mobilfunkvertrag kündigte sie alle laufenden Verträge. Doch erst 2021 gab es einen Brief des Online-Bezahldienstleisters PayPal, in dem darauf hingewiesen wurde, dass es noch ein Guthaben auf dem Konto gab. Julia Schatz wollte auch dieses Konto auflösen. Doch dieser vermeintlich einfache Schritt brachte sie und ihre Mutter fast an den Rand der Verzweiflung.

Julia Schatz schreibt an die RTL-Zuschauerpost!

Nachdem sie im Mai 2021 von dem Guthaben erfahren hatte, machten se sich sogleich an die Kontaktaufnahme mit PayPal, wie Julia Schatz in ihrem Schreiben an die RTL-Zuschauerpost mitteilt: „...also schrieb meine Mutter an PayPal und teilte ihnen die Nachricht mit, dass der Kontoinhaber verstorben sei. PayPal wollte verständlicherweise sämtliche Unterlagen (Sterbeurkunde, Personalausweis meiner Mutter, usw.) und bekam diese auch vollständig. Das Konto meines Vaters wurde gesperrt, wie viel Guthaben darauf ist, konnte oder wollte uns nie jemand sagen. Und es passierte auch nichts. Es wurde auf Mails schließlich nicht mehr geantwortet.“

Verstorbener Vater sollte selbst eine Email schreiben

Angeblich, so berichtet Julia Schatz, wurde sie sogar von einer Kundenbetreuerin dazu aufgefordert, dass ihr Vater eine Mail schreibe - obwohl sie ihr zweimal gesagt habe, dass ihr Vater verstorben sei. Frustriert versuchte Julia Schatz es dann mit einem Anwalt über die Rechtsschutzversicherung. Dieser bekam wenigstens eine Auskunft über die Höhe des Guthabens: rund 25 Euro. Für die Überweisung auf ein anderes Konto würden aber ganze 35 Euro Bearbeitungsgebühr entfallen.

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PayPal zeigt sich kulant - doch Nutzer sollten sich über einige Dinge klar sein

Wir wenden uns an die Pressestelle von PayPal, schildern den Fall und die Schwierigkeiten für Julia Schatz und ihre Mutter. Der zahlreiche Schriftverkehr zwischen der Familie und PayPal liegt RTL vor. Tatsächlich folgt von PayPal zuerst eine Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten. Weiterhin weist man darauf hin, dass das Unternehmen in Luxemburg ansässig ist, und das dort geltende Bankgeheimnis verbietet es, die Höhe des Guthabens an Dritte weiterzugeben. Darüber hinaus müssen Hinterbliebene zahlreiche Dokumente zur Verfügung stellen, um an das Guthaben zu gelangen:

  • Eine Erklärung, dass der Kontoinhaber verstorben ist, und dass der Erbe oder der Nachlassverwalter die Schließung des PayPal-Kontos wünscht.
  • Eine Kopie der Sterbeurkunde des Kontoinhabers.
  • Eine Kopie des Testaments des verstorbenen Kontoinhabers oder anderer rechtskräftiger Unterlagen, z.B. des Erbscheins. In dem Dokument müssen Name und Adresse des Erben oder des Nachlassverwalters stehen.
  • Darüber hinaus ist der Personalausweis oder Reisepass des Erben oder Nachlassverwalters vorzulegen.


Erfolgen kann dann eine kostenfreie Überweisung an das Konto des Verstorbenen oder ein PayPal-Konto der Hinterbliebenen. Wählt man ein Konto, dass nicht mit PayPal verknüpft ist, wie in dem Fall von Frau Schatz, entstehen die Gebühren. Aus Kulanz verzichte man aber in dem Fall auf die Gebühr.

"25 Euro klingen nicht viel - aber mein Vater hatte wenig Geld und deshalb war uns das wichtig!"

Julia Schatz ist froh, dass diese Sache nun abgeschlossen ist: Ich bin total erleichtert und werde erst mal meine Mama anrufen, bin froh, dass es vorbei ist. Es war nervenzehrend. Ich weiß 25 Euro sind nicht viel, aber mein Vater hatte nicht viel Geld und auch seine erste Rente hat er nicht erlebt. Und deshalb war es das wert!

Trotzdem: Als Nutzer von Online-Banking-Angeboten, aber auch bei Social Media bietet es sich immer an, selbst auch Vorsorge zu tragen, dass im Fall der Fälle Hinterbliebene gut auf alle Passwörter und Unterlagen zugreifen können. Auch beim Schreiben eines Testaments kommt es auf einige Dinge an. (lsi)

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