RTL News>Rtl Nord>

Tipps und Tricks: Hilft Eierlikör gestressten Tieren wirklich durch die Silvesternacht?

Tipps für Frauchen und Herrchen

Hilft Eierlikör gestressten Tieren durch die Silvesternacht?

Hundewelpe liegt ängstlich auf dem Sofa.
Hunde haben oft Angst bei lauten Geräuschen wie Feuerwerk oder Sirenen.
MICHAEL PETTIGREW, iStockphoto

Lautes Knallen bringt viele Tiere durcheinander

Für Menschen ist die Silvesternacht normalerweise ein Grund zum Feiern. In diesem Jahr ist das Knallen und Zünden von Feuerwerk aber verboten. Doch dass in der Nacht keine einzige Rakete in die Luft geschossen oder Böller auf die Straßen geschmissen werden, davon geht Sonja Lindemann vom Tierschutzverein Aktive Tierfreunde e.V. nicht aus: „Trotz Verkaufsverbot von Böllern wurden zu Silvester 2021 Raketen gezündet und damit Wild- und Haustiere in große Angst versetzt und gefährdet. Hunde sind entlaufen, andere Tiere reagierten tagelang verstört.“

Fenster zu und Musik an

Selbst wer sein Haustier nur kurz nach draußen lässt und danach in den geschützten vier Wänden unterbringt, sollte ein paar Vorkehrungen treffen, um Stress zu vermeiden. „In der Silvesternacht sollten Rollläden und Vorhänge zugezogen werden, damit der Hund die Lichtblitze nicht sieht, die ihn ängstigen könnten“, so Sonja Lindemann. Außerdem könne man seinem Hund oder auch der Katze den Fernseher oder das Radio anmachen, damit die Tiere vom Lärm abgelenkt werden. Zu laut sollte die Musik dabei aber natürlich nicht sein. Auch Such- und Schnüffelspiele für den Hund sind eine gute Methode zur Ablenkung. Katzen sollte man laut Sonja Lindemann am besten in den Tagen um Silvester herum im Haus behalten und ihnen Rückzugsmöglichkeiten anbieten, in denen sie sich verstecken können.

Tiere nicht mehr frei laufen lassen

Damit der eigene Hund nicht beim ersten lauten Knall in den Wald oder womöglich verschreckt auf die Straße läuft, sollten Hundebesitzer schon in den Tagen vor Silvester ihren Liebling nicht von der Leine lassen. „Ich selbst habe heute die erste Rakete bereits gehört“, so Sabine Lindemann. „Auch Hunde, die normalerweise weniger ängstlich sind und auch gut abrufbar, sollten um den Jahreswechsel herum gesichert werden. Bei bekannten Angsthunden sollte eine Doppelsicherung genutzt werden.“ Denn in Panik schaffen es die Tiere schnell sich von der Hand, die die Leine hält, loszureißen. Am sichersten ist es dem Hund zusätzlich ein Sicherheitsgeschirr anzulegen, dass am Gürtel befestigt wird. So kommt zwar möglicherweise das Herrchen oder Frauchen ins Stolpern, aber der Vierbeiner ist trotz des Schreckmoments sicher.

Alkohol im Ernstfall?

Eine Tierärztin aus Wittmund verrät der NWZ noch einen weiteren Tipp für die Vierbeiner: „Ein Löffel Eierlikör kann beruhigend wirken und manch ein Tier entspannter durch die Nacht kommen lassen“, sagt sie gegenüber der Zeitung. Ein Getränk, das viele Menschen über den Winter in ihrer Vorratskammer stehen haben und auch Tierexperte Martin Rütter schon als Geheimtipp erwähnt hat. Allerdings sollten Hundebesitzer ihre Tiere nicht vollkommen alkoholisieren. Bei einem Dackel würde beispielsweise bereits ein Kaffeelöffel ausreichen, so die Tierärztin. Sollte das nicht helfen, kann auch auf ein Sedativum zurückgegriffen werden. Je nach Stresslevel des Tieres können sich die Tierliebhaber vorab bei ihrem Tierarzt beraten lassen. Denn ein Beruhigungsmittel sollte nur beim und vom Tierarzt verschrieben werden.

Gute Vorbereitung hilft Mensch und Tier

Auch Tierarzt Dr. Matthias Link aus Varrel kennt sich mit gestressten Tieren zu Silvester aus. Am Telefon erklärt er uns, dass einige Herrchen und Frauchen schon vor dem Neujahrsabend zu ihm in die Praxis kommen und nach Möglichkeiten fragen, das geliebte Haustier zu beruhigen. Je nach Stresslevel gibt es verschiedene Vorgehensweisen: Von Pheromonen, also entspannenden Duftstoffen, bis hin zum Arzneistoff Gabapentin, der schmerzlindernde und beruhigende Eigenschaften hat. Für das kommende Jahr hat Matthias Link aber noch einen weiteren Tipp: Silvestergeräusche auf einer CD. „Das funktioniert, aber man muss es konsequent einsetzen“, sagt uns der Arzt. Denn dafür sollten sich die Besitzer einige Tage vor der Silvesternacht Zeit nehmen. „Erstmal läuft die Musik nur ganz leise im Hintergrund und dann tagtäglich etwas lauter“, erklärt er. Außerdem rät er, das Haustier nicht zu sehr zu umsorgen. Denn wer sich zu viele Sorgen macht, kann diese Energie auch auf den Vierbeiner übertragen. (ekl)