Gewalt, Pornografie oder gefährliche Werbung lauern im Netz

Tipps für Eltern: So schauen Kinder online sicher Videos

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28. Oktober 2019 - 8:07 Uhr

Viele Eltern sind in Sorge

Der Lieblingscartoon, der sich als Porno entpuppt. Eine gefährliche Challenge, bei der man sich selbst verletzen soll: Bei Youtube, Vimeo und anderen Plattformen im Internet sind solche Videos keine Seltenheit. Inhalte dieser Art sind für Kinder verstörend und schlichtweg ungeeignet. Doch wie können Eltern ihren Nachwuchs schützen?

Werbung ist oft unkontrollierbares Risiko

Neben möglicherweise anstößigen Videos ist die Werbung problematisch. Denn für viele Kinder ist sie nicht von Inhalten zu trennen, erklärt Iren Schulz von der Initiative "Schau hin!".

Doch das große Videoangebot lockt die Kids - und ist gleichzeitig das große Manko. Denn bei Portalen wie Youtube kann jeder fast alles hochladen. Besonders schlimme Inhalte werden vielleicht irgendwann durch einen Algorithmus oder nach einer Meldung von Mitarbeitern gelöscht. Wenn Kinder solche Plattformen nutzen, sollten Eltern trotzdem mit ihnen gemeinsam Vorkehrungen treffen.​

Experten stellen auch immer wieder Richtlinien auf, wie viel Zeit Kinder im Netz verbringen sollten. Für jede Altersgruppe bekommen Eltern so Empfehlungen angeboten, mit deren Hilfe sie Smartphone-Zeiten mit ihren Kindern vereinbaren können. 

Tipps für mehr Sicherheit im Netz:

Youtube bietet dafür den sogenannten eingeschränkten Modus an. Diesen können Eltern über das Menü auf der Startseite aktivieren. Der Modus soll nicht jugendfreie Inhalte automatisch herausfiltern. Einen hundertprozentigen Schutz bietet die Funktion aber nicht.

  • Gemeinsam Datenschutzeinstellungen prüfen

Zusätzlich sollten Eltern und Kinder grundsätzlich gemeinsam die Datenschutzeinstellungen überprüfen. Kinder sollten keine privaten Daten verraten und vorsichtig beim Hochladen von Dateien sein.

Deutlich mehr Optionen für die Kindersicherung bietet "Youtube Kids", das im Browser sowie als App für iOS und Android zur Verfügung steht. Dort gibt es Videos speziell für Kinder. Eltern können die Nutzung gezielt auf bestimmte altersgerechte Inhalte beschränken und ein Zeitlimit festlegen. Ist die Suchfunktion deaktiviert, werden nur noch von der Plattform verifizierte Kanäle angezeigt.

  • Kinder nie alleine auf Videoplattform lassen

Trotzdem bewegen sich Kinder bei Youtube Kids in einem kommerziellen Umfeld. Ängste oder Verstörungen sind nicht ausgeschlossen. "Man sollte Kinder auf keine Videoplattform allein loslassen. Selbst bei Youtube Kids rutscht etwas durch oder verstörende Inhalte werden in die Videos geschnitten", meint Schulz.​

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Filter helfen nur bedingt

Andere Anbieter setzen auf Filter. Bei "Dailymotion" etwa kann man unten auf der Website einen Familienfilter hinzuschalten. Aus Sicht von Experten sind Filter nur bedingt eine Lösung. "Die Filter sind für Kinder sehr leicht zu umgehen und bieten nur sehr reduzierte Einstellungsmöglichkeiten", kritisiert Verena Weigand von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Zusätzlich zu den Einstellungen bei den Diensten selbst, können Konfigurationen oder Software auf dem Endgerät helfen. Sie sollen nicht kindgerechte Inhalte automatisch heraussieben - und das nicht nur bei den Videoplattformen, sondern etwa auch bei Suchmaschinen.

"Für Mobilgeräte gibt es teilweise integrierte Jugendschutz- oder Zeitfilter. Die funktionieren bei Android allerdings anders als bei iOS", sagt Birgit Kimmel, Pädagogin an der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland Pfalz und Leiterin der EU-Initiative "Klicksafe.de".

Ganz wichtig: Keine Weltangst vermitteln!

Die Expertinnen sind sich einig: Einen hundertprozentigen Schutz für Kinder auf Videoplattformen gibt es nicht. Sehr wichtig ist deshalb die Rolle der Eltern. "Sie sollten die Kinder aufmerksam machen, ohne eine Weltangst zu vermitteln", erklärt Schulz. "Gut ist, sich mit den Kindern zusammen hinzusetzen und sich die Plattformen von ihnen erklären zu lassen."

Regeln, welche Inhalte, wann und wie lange konsumiert werden dürfen, können helfen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Video-Plattformen, die extra für Kinder gemacht sind. Dazu zählen die Angebote des KiKA oder der Videobereich Juki auf kindersache.de. Diese Dienste sind zwar nicht so groß und bekannt, für Kinder aber deutlich sicherer.


Quelle: DPA/ RTL.de