Süßes Pferdchen brutal zerfleischt

Wurde Therapie-Pony von Wölfin Gloria gerissen?

Ein Wolf steht im Wald bei Hünxe am Niederrhein (Symbolbild.)
Ein Wolf steht im Wald bei Hünxe am Niederrhein (Symbolbild.)
© dpa, Sabine Baschke, uho gfh

13. Oktober 2021 - 20:16 Uhr

Hünxe: Haben Wölfe Pony Rebell gerissen?

Fast ein halbes Jahr nach dem letzten tödlichen Angriff auf ein Pony hat es in Hünxe (Kreis Wesel) wieder eine Attacke gegeben. Wieder ist ein Tier tot aufgefunden worden. Das Pony sei am Dienstagmittag entdeckt worden, teilte das NRW-Umweltministerium in Düsseldorf mit. Nach einer ersten Bewertung deuteten die Anzeichen darauf hin, dass es durch einen Biss in die Kehle getötet wurde. Klarheit soll nun eine DNA-Untersuchung von Abstrichproben bringen. Ganz besonders tragisch: Wie der "WDR" berichtet, war das 20 Jahre alte Pony namens Rebell zu Therapiezwecken eines behinderten 14-jährigen Mädchens eingesetzt worden. Hat Wölfin "Gloria" wieder zugeschlagen?

NRW-Umweltministerin: Wenn "Gloria" beteiligt war, könnte sie getötet werden

Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) zeigte sich besorgt, "dass nach Schafen, die auf den Weiden geschützt werden müssen, jetzt offenbar auch einzelne Pferde angegriffen werden". Wenn sich der Verdacht bestätigen sollte, wäre es bereits der dritte Wolfsriss eines Ponys in NRW.

Wenn die bereits in der Vergangenheit auffällig gewordene Wölfin "Gloria" an dem Vorfall beteiligt gewesen sein sollte und die Gefahr bestehe, dass verstärkt Pferde Opfer von Übergriffen würden, sei die Frage einer Entnahme - also letztlich einer Tötung des Tieres - "erneut zu stellen".

Online-Petition gegen Abschuss von Wölfin

Über 100.000 Menschen stimmten bei der Petition ab.
Über 100.000 Menschen sprachen sich in einer Online-Petition gegen "Glorias" Abschuss aus.
© Screenshot: change.org

Denn über die Wölfe in der Region gibt es seit jeher eine heftige öffentliche Diskussion bis hin zu der Forderung nach einem Abschuss der Wölfin, die nachweislich schon zahlreiche Weidetiere gerissen hat.

Während sich der Gemeinderat Schermbeck für eine Tötung eines der Tiere – bekannt unter den Namen GW954f oder im Volksmund auch "Gloria" – ausspricht, forderten Tierschützer in einer Online-Petition, dass der Wolf nicht getötet werden soll – mit Erfolg! Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht wies den Antrag eines Schäfers, "Gloria" als Problemwolf zu töten, ab. Mehr als 100.000 Menschen hatten die Petition unterstützt.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Getötetes Pony Rebell war zu Therapiezwecken eingesetzt

Und doch überwiegt gegenwärtig der große Verlust von Pony Rebell. Denn das 20 Jahre alte Tier war stetiger Begleiter eines 14-jährigen Mädchens. Dessen Vater sagte dem "WDR": "Es war sehr emotional – gerade hinsichtlich meiner Tochter, weil Rebell ein Therapie-Pony war. Meine Tochter hat ein Handicap, sie hat sehr an dem Pony gehangen."

Die Familie müsse den großen emotionalen Verlust erst mal verdauen. Doch laut "WDR" gebe es Hoffnung: Hilfsbereite Menschen im Kreis Wesel wollen der 14-Jährigen ein neues Pony schenken.

Und auch Umweltministerin Heinen-Esser (CDU) will mit Sofortmaßnahmen unterstützen. Die Förderrichtlinie und die damit verbundene Unterstützungsleistungen soll auch auf Pferdehalter ausgeweitet werden. Sie empfahl außerdem, einzelne kleinere Pferde – sofern logistisch möglich - nicht über Nacht auf ungeschützten Weiden zu lassen.

2009 erstmals wieder Wölfe in NRW registriert

Schermbeck am unteren Niederrhein wurde im Oktober 2018 als erstes Wolfsgebiet in NRW ausgewiesen. Aktuell leben dort zwei Erwachsene Tiere mit ihren Welpen. Wölfe sind nach deutschem und europäischem Naturschutzrecht streng geschützt. 2009 waren erstmals wieder Wölfe in NRW registriert worden. (dpa/ kra)