Syrien-Krieg immer brutaler: 40.000 Tote

Der Syrienkrieg wird nach Angaben Bans immer gewaltreicher und brutaler. Bis zu 40.000 Menschen seien bereits ums Leben gekommen.
Der Syrienkrieg wird nach Angaben Bans immer gewaltreicher und brutaler. Bis zu 40.000 Menschen seien bereits ums Leben gekommen.
© REUTERS, HANDOUT

10. Februar 2016 - 19:42 Uhr

Kampf um Flughafen Damaskus in vollem Gange

Wegen der Vorgänge in Ägypten und den zurückliegenden Kämpfen zwischen Israel und der Hamas ist der Syrien-Konflikt in den Hintergrund geraten. Doch das Morden in dem vom Zerfall bedrohten Staat geht unvermindert weiter. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der UN-Sondervermittler Lakhdar Brahimi brachten das Thema in New York wieder auf die Weltbühne.

Der Syrienkrieg wird nach Angaben Bans immer gewaltreicher und brutaler. Bis zu 40.000 Menschen seien bereits ums Leben gekommen. Bis Anfang 2013 werde die Zahl der Flüchtlinge auf 700 000 steigen, sagte Ban. Brahimi warnte vor einem Zerfall Syriens.

Syrische Rebellen und Regierungstruppen kämpften am Freitag erbittert um den strategisch wichtigen Flughafen der Hauptstadt Damaskus. Zwei Flughafenbeschäftigte seien getötet worden, als ihr Bus von Granaten getroffen worden sei, meldeten sowohl Oppositionelle als auch das Staatsfernsehen.

Die Kommunikation in dem Land ist extrem schwierig, weil fast überall das Internet und das Telefonnetz ausgefallen sind. Die Regierung macht dafür "Terroristen" verantwortlich und dementierte Spekulationen, das Internet selbst abgeschaltet zu haben.

In Tokio traf sich derweil die Ländergruppe der '«Freunde Syriens', zu der auch die EU gehört, um über neue Sanktionen gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu beraten. Von dem Treffen werde ein "starkes politisches Signal zur Beendigung der Gewalt" in dem Land ausgehen, zeigte sich Japans Außenminister Koichiro Gemba überzeugt.

Syrien auf dem Weg zu einem 'failed state'

Syrien drohe zu einem "gescheiterten Staat" zu werden, mahnte der UN-Sondervermittler Brahimi vor der UN-Vollversammlung. Er bat die Weltgemeinschaft um mehr Geld für humanitäre Hilfe. Der internationale Nothilfeplan sei bislang nur zur Hälfte finanziert, der regionale sogar nur zu einem Drittel.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rief zu humanitärer Hilfe speziell für die syrische Unruheprovinz Homs auf. Rund 250.000 Einwohner seien bereits auf der Flucht. Viele lebten in unbeheizten Notunterkünften, die Hälfte der Krankenhäuser sei geschlossen. "In den bevorstehenden Wintermonaten wird sich die Lage der Flüchtlinge verschlimmern", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters.

Die Kämpfe in Syrien wirken sich auch auf den Luftverkehr aus: Die ägyptische Fluggesellschaft Egypt Air stellte ihre Flüge nach Damaskus und Aleppo am Freitag aus Sicherheitsgründen ein. Tags zuvor hatte bereits die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai entschieden, Syrien nicht mehr anzufliegen. Die Angriffe sind nach Einschätzung von Beobachtern ein Zeichen dafür, dass die Rebellen immer besser bewaffnet und organisiert sind.

Die Kämpfer rückten nach eigenen Angaben bis auf wenige Kilometer an den Flughafen heran und brachten dabei auch Luftabwehrwaffen der Regierungstruppen in ihre Gewalt. Sie hätten zudem mehrere Armeefahrzeuge zerstört, sagte der Chef der oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter in London, Rami Abderrahman.