Experten in Sorge

"Nichts ist schlimmer!" Super-Variante in Südafrika entdeckt - erste Länder schotten sich ab

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist in Sorge.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist in Sorge.
© deutsche presse agentur

27. November 2021 - 9:48 Uhr

Südafrika wird Virusvariantengebiet

Es sind keine guten Nachrichten. Die Corona-Zahlen steigen rasant an. In Südafrika haben Forscher eine neue Coronavirus-Variante entdeckt. Großbritannien und Israel schränken bereits den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika ein. Deutschland wird Südafrika zum Virusvariantengebiet erklären. Experten und Wissenschaftler sind in großer Sorge.

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Ist die Variante ansteckender als Delta-Variante?

Laut Virologe Tulio de Oliveria handelt es sich bei "B.1.1.529" um eine sehr stark mutierte Virusversion. Es gebe Hinweise darauf, dass die Variante womöglich noch ansteckender sei als die Delta-Variante und dass die verfügbaren Impfstoffe weniger wirksam dagegen seien, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid. Großbritannien und Israel schränkten deswegen vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein. Außerdem gilt für Ankommende eine strenge Pflicht zur Hotelquarantäne. Betroffen von der neuen Regelung seien Südafrika, Namibia, Lesotho, Botsuana, Eswatini und Zimbabwe. Israel stufte sie nach einer Sonderberatung als "rote Länder" ein.

Die EU-Kommission teilte am Freitag mit, Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU auf ein absolutes Minimum zu beschränken. Die Brüsseler Behörde werde den EU-Staaten vorschlagen, die dafür vorgesehene Notbremse auszulösen um den Luftverkehr auszusetzen, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit.

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"Nichts ist schlimmer" twitterte Karl Lauterbach

Auch Experten wie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sind besorgt: "Hoffentlich bestätigt sich nicht, was diese Grafik zeigt. Wenn ja müssen sofort Reisebeschränkungen erfolgen. Wir müssen Zeit gewinnen. Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein", twitterte Lauterbach.

Bislang wurden in Großbritannien keine Fälle mit der neuen Variante festgestellt. Täglich kommen jedoch nach Angaben der Nachrichtenagentur PA rund 500 bis 700 allein aus Südafrika in dem Land an. Über die Weihnachtszeit wird mit einer höheren Zahl gerechnet.

Noch ist B.1.1.529 in Großbritannien nicht als besorgniserregende Variante eingestuft. Die Nachrichtenagentur zitierte jedoch einen Experten der britischen Behörde für Sicherheit im Gesundheitswesen mit der Einschätzung, es handle sich um "die schlimmste Variante, die wir bisher gesehen haben". (dpa/jar)