Verstoß gegen Ausgangssperre in Stuttgart

Altenpflegerin geht "zu früh" zur Arbeit - 340 Euro Bußgeld!

Um zehn Minuten soll die Altenpflegerin aus Stuttgart die Ausgangssperre gebrochen haben.
Um zehn Minuten soll die Altenpflegerin aus Stuttgart die Ausgangssperre gebrochen haben.
© dpa, Tom Weller, twr fgj pil

30. Januar 2021 - 20:31 Uhr

Stuttgart: Altenpflegerin zahlt 340 Euro Strafe, weil sie zu früh zur Arbeit geht

Pflegerinnen und Pfleger leisten in der Coronakrise unfassbares. Unter Dauerstress gehen sie täglich an ihre Grenzen und geben alles, um Bedürftigen zu helfen. Und setzten sich dabei selbst der Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus aus. Umso skandalöser klingt ein jüngster Vorfall aus Stuttgart. Dort musste eine Altenpflegerin nach eigenen Angaben 340 Euro Bußgeld zahlen, weil sie kurz vor Ende der nächtlichen Ausgangssperre früh morgens zur Arbeit ging.

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Altenpflegerin hatte kein Passierschein dabei

Um zehn Minuten soll die Altenpflegerin aus Stuttgart die Ausgangssperre gebrochen haben, berichten die "Stuttgarter Nachrichten". In Baden-Württemberg gilt die Corona-Maßnahme landesweit von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Als sie demnach um 4.50 Uhr ihr Haus verließ, um zur Arbeit zu gehen, sei die von Polizisten kontrolliert worden. Weil sie keinen Passierschein hatte, bekam sie drei Wochen später ein Schreiben der Stadt zugeschickt, heißt es. In diesem sei sie aufgefordert worden, wegen Missachtung der Ausgangssperre ein Bußgeld in Höhe von 340 Euro zu zahlen.

Gegenüber der Zeitung sagte die Pflegerin: "Ich mag keine Hektik". Das nützte ihr offenbar nicht viel, denn die Polizei konnte sie damit nicht überzeugen. Auch ihr Arbeitgeber soll zurückhaltend auf den Vorfall reagiert und sie gebeten haben, daraus kein "Tam-Tam" zu machen.

Polizei gehe mit "Augenmaß" vor

Der Vorfall sorgt nun für heftige Kritik, auch das Innenministerium des Landes reagiert. Der Staatssekretär im baden-württembergischen Innenministerium, Wilfried Klenk, hat laut "Stuttgarter Zeitung" eine umfassende behördliche Aufklärung angeboten. "Der Fall bewegt mich", sagte er am Mittwoch. Allerdings wolle sich die Familie derzeit nicht weiter zum Vorfall äußern. "Wir möchten die Sache auf sich beruhen lassen", sagte der Vater der in Ausbildung befindlichen volljährigen Altenpflegerin.

Daher bleibt offen, weshalb sie nach eigener Aussage mit einem Bußgeld über dem Regelsatz von 75 Euro belangt worden ist. Die Zeitung vermutet, das möglicherweise weitere Tatbestände zu einem erhöhten Bußgeld führten. Mit genaueren Daten zu dem Fall lasse sich dieser sicherlich aufklären, sagte Klenk. Generell gehe die Polizei "mit Augenmaß" bei Kontrollen vor, betonte er.

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