Drittes Online-Semester geht los

Studieren weiterhin im Trend trotz Corona

Leerer Hörsaal
Leerer Hörsaal
© dpa, Caroline Seidel, cas mhe gfh

15. Juni 2021 - 14:46 Uhr

Sommersemester startet

Heute startet das neue Semester an den Unis in Hessen und wieder müssen die Studierenden auf so einiges verzichten: persönliches Kennenlernen und Begrüßungspartys zum Beispiel. Die Unis setzten weiterhin auf digital und haben immer noch kein eigenes Hygienekonzept. Trotzdem: Studieren bleibt im Trend.

Derzeit keine Alternative zum Hybridsemester an den Unis

Video-Vorlesungen und virtuelle Seminare – so geht's auch im dritten Corona-Semester für die Studierenden in Hessen weiter. "Angesichts der Prognosen für das Infektionsgeschehen in den nächsten Wochen und Monaten halten Präsidium und Dekanate zum jetzigen Zeitpunkt eine Ausweitung des Präsenzbetriebs nicht für verantwortbar", so die Uni Gießen. Man sehe deshalb keine Alternative, "erneut in ein maximal digitales Sommersemester einzutreten". Nur vereinzelte Lehrveranstaltungen wie Sport und Laborpraktika dürfen in Präsenz stattfinden. Das Ganze nennt sich dann "Hybridsemester".

Corona- Teststrategien oder eigene Hygienekonzepte sind an den Unis weiterhin nicht umgesetzt. "Wir prüfen derzeit gemeinsam mit dem Land, in welchem Umfang und zu welchen Zwecken Schnell- beziehungsweise Selbsttests eingesetzt werden könnten, um neben den nach wie vor zentralen Abstands-, Masken- und Hygieneregeln eine zusätzliche Sicherheit herzustellen", teilte eine Sprecherin der Uni Gießen mit.

Studierenden-Rekord in Gießen

Mit dem digitalen Unterricht kommen aber die meisten Studierenden sehr gut klar, wie eine Befragung durch die Hochschulen ergeben hat. Vorteil ist natürlich die Flexibilität, größter Nachteil hingegen die fehlenden sozialen Kontakte."Es gibt schon einen signifikanten Anteil von Studenten, der bei sich selbst merkt, dass sie oder er die üblichen Studienziele, die man sich so vornimmt, nicht erreicht hat", berichtet der Vizepräsident der Uni Frankfurt, Roger Erb, der für die Bereiche Studium und Lehre zuständig ist. Einige hätten Probleme, sich zu motivieren, auf der anderen Seite hätten sie aber auch angegeben, stärker als sonst gelernt zu haben, selbstständig zu arbeiten.

"Unter den gegebenen Umständen funktioniert die digitale Lehre an unserer Universität weitgehend gut", sagte der Kasseler Uni-Sprecher. "Das zeigen uns auch die grundsätzlich stabilen Rückmeldezahlen seit Beginn der Pandemie, also die Anzahl der Studierenden, die ihr Studium fortsetzen, Umfragen unter den Studierenden sowie die Prüfungsergebnisse, die sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert haben."

Allen Einschränkungen zum Trotz bleibt Studieren aber beliebt. Marburg und Frankfurt etwa verzeichnen nur einen leichten Rückgang bei den Einschreibungen. Von der Uni Gießen heißt es sogar, die Zahlen seien seit Jahren auf Rekordniveau. Schwer haben es aber insbesondere ausländische Studierende.