Studie zu Gangster-Rap

Diskriminierende Texte nehmen zu

04. Mai 2021 - 18:40 Uhr

Farid Bang oder Kollegah: Die wohl bekanntesten Vertreter des sogenannten Gangster-Raps.

Harte Jungs, mit harten Texten - so ihr Image. Im Netz posieren sie mit Drogen, dicken Autos, halbnackten Frauen und Waffen. Verkaufen sich als harte Kerle, für die das Gesetz nicht gilt.

Die Songs kommen gerade bei jungen Hörern gut an. Zur Sorge vieler Eltern. Die Inhalte sind nämlich oft antisemitisch, gewaltverherrlichend und frauenfeindlich.

Trotzdem wird der sogenannte Gangsta-Rap bei Jugendlichen immer beliebter.

Wie das Genre auf junge Menschen wirkt und was in den Köpfen hängen bleibt, hat jetzt eine neue Studie untersucht. Die Ergebnisse wurden heute in Düsseldorf vorgestellt.

NRWs Antisemitismusbeauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die Studie in Auftrag gegeben. Bisher wurde zu der Wirkung von Gangsta-Rap auf Jugendliche kaum geforscht. Obwohl diskriminierende Textinhalte zunehmen.

Für die Studie wurden 500 12 bis 24-Jährige befragt. Gangsta-Rap hören hauptsächlich junge Männer. Und die kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Jeder dritte Studienteilnehmer glaubt, dass Rapper gesellschaftskritisch sind. Auf politische Probleme aufmerksam machen. Aber nicht jeder Text hat etwas mit der Realität zu tun.

Der Rapper Ees distanziert sich klar von Gangster-Rap. Er findet die Botschaften in den Songs gefährlich.

Der Rapper will mit seiner Musik viel mehr motivieren. Ein ganz anderes Bild vermitteln.

Gangster-Rap fällt unter die Kunstfreiheit. Ein Verbot würde das Genre nur noch interessanter machen.

Trotzdem ist Aufklärung wichtig. Damit Jugendliche nicht falschen Vorbildern nacheifern.

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