Hauptsache Leckerli kommen - egal von wem?

Studie zeigt: Hunde sehen, WAS gemacht wird - und nicht WER es macht

Hund liegt auf dem Sofa und schaut fern.
Haben Sie sich schon mal gefragt, was Ihren Hund ausgerechnet jetzt an dem, was im Fernsehen läuft, fasziniert?
picture alliance

Wenn wir eine Situation beobachten, registrieren wir vor allem, wen wir sehen und dann welche Handlung er oder sie ausführt. Bei Hunden ist das offenbar anders, wie Forscher aus den USA nun herausfanden. Während wir Menschen eher „objektorientiert“ sind, interessiert sich das Gehirn von Hunden mehr für die Handlung selbst.

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Forscher zeigten Hunden Videos - und scannten dabei ihr Hirn

Herausgefunden haben das Wissenschaftler der Emory University im US-Bundesstaat Georgia, indem sie Hunden Videos zeigten, während sie deren Gehirne im MRT scannten.

In den Videos zu sehen waren unter anderem Hunde, die herumliefen, Menschen, die Hunde streichelten, ihnen Leckerlis gaben oder mit einem Spielzeug in Richtung der Kamera winkten. Darüber hinaus wurden vorbeifahrende Fahrzeuge gezeigt, Menschen, die sich umarmten oder aßen, ein Reh, das einen Weg überquerte, eine Katze in einem Haus und Hunde, die an der Leine liefen.

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Wichtig für Hunde: Bedrohungen in der Umgebung bemerken

Wer dabei in den Videos zu sehen war, war den Autoren der im „Journal of Visualized Experiments“ erschienenen Studie zufolge nicht so entscheidend, wie die Handlung, die gezeigt wurde. Gründe dafür könnten unter anderem sein, dass Hunde im Gegensatz zu Menschen nur zwei Arten von sogenannten Zapfen in ihren Augen besitzen und nur die Farben Blau und Gelb wahrnehmen können. Menschen hingegen verfügen über drei Arten von Zapfen und sind darum in der Lage, das gesamte Farbspektrum wahrzunehmen.

Hunde haben allerdings eine höhere Dichte an bewegungsempfindlichen Sehrezeptoren als wir. Den Wissenschaftlern zufolge können Hunde die Welt auf diese Weise vermutlich anders wahrnehmen als Menschen, weil sie sich der Bedrohungen in ihrer Umgebung stärker bewusst sein müssen.

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"Tiere müssen sich sehr intensiv mit den Vorgängen in ihrer Umgebung beschäftigen, um nicht gefressen zu werden"

„Wir Menschen sind sehr objektorientiert“", zitiert „Daily Mail“ Studienautor Gregory Berns. „Bei Hunden scheint es weniger darum zu gehen, wen oder was sie sehen, sondern vielmehr um die Handlung selbst.“ Es ergebe durchaus Sinn, dass das Gehirn von Hunden in erster Linie auf Handlungen eingestellt sei. „Tiere müssen sich sehr intensiv mit den Vorgängen in ihrer Umgebung beschäftigen, um nicht gefressen zu werden oder um Tiere zu beobachten, die sie jagen wollen. Aktion und Bewegung sind von größter Bedeutung“, so Berns weiter.

Auch wenn die Ergebnisse dieser Studie zur auf Daten von zwei Hunden und zwei Menschen basieren, hofft Studienautorin und Neurowissenschaftlerin Erin Phillips, dass ihre Methode den Weg weiterer Studien ebnet: „Ich hoffe, dass diese Methode auch weiter bei Hunden und anderen Tierarten angewendet wird, damit wir mehr Daten und tiefere Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns verschiedener Tiere gewinnen können.“

Und wer sich schon immer gefragt hat, warum der eigene Hund manchmal so fasziniert vor dem Fernseher sitzt: Offenbar ist nicht der Moderator oder der Schauspieler im Fernsehen interessant, sondern nur, was derjenige gerade macht. (akr)