Ein Näschen für Bösartiges

Studie zeigt: Ameisen können Krebszellen "riechen"

Ameisen
In Laboren könnten möglicherweise bald sechsbeinige Mitarbeiter Einzug halten. (Symbolbild)
deutsche presse agentur

Tiere werden schon länger zum Erkennen von Krankheiten beim Menschen eingesetzt: Laut einer aktuellen Studie der Sorbonne-Universität in Paris können Ameisen Krebszellen anhand des Geruchs identifizieren. Und nicht nur das: Die Insekten können laut Studie auch verschiedene Krebsformen voneinander unterscheiden.

Ein Näschen für Bösartiges: Ameisen suchen Krebszellen

Ameisen können unterschiedlichste Duftstoffe meisterhaft erkennen. Das liegt daran, dass Ameisen einen hochsensiblen Geruchssinn haben. Um herauszufinden, inwieweit sich dieses sensible Sinnesorgan auch für die Krebsdiagnostik eignet, haben französische Wissenschaftler um Baptiste Piqueret an der Sorbonne-Universität in Paris untersucht. Erste Experimente zeigen vielversprechende Ergebnisse!

Ameisen können offenbar nicht nur Krebszellen anhand des Geruchs identifizieren, sondern sogar verschiedene Krebsformen voneinander unterscheiden. Laut der Studie konnten die Insekten der Art Formica fusca, die im Experiment eingesetzt wurden, schon nach 30 Minuten Training erkennen, in welchen Proben sich Krebszellen befanden.

Tierische Krebs-Diagnostiker im Einsatz

Für die Versuche stellten die Forschenden unterschiedliche "Riech"-Proben her. Diese wurden mit verschiedenen Arten von Krebszellen sowie mit gesunden Vergleichszellen zu Probematerial umgewandelt. Anschließend wurden die Insekten mithilfe einer Zuckerlösung darauf trainiert, die Krebszellen anzusteuern. Bei der Wahl zwischen den gesüßten Krebszell-Lösungen und den ebenfalls gesüßten Kontrollzell-Lösungen liefen die Ameisen durchgehend auf das Geruchsmuster mit den Krebszellen zu.

In weiteren Experimenten wurde untersucht, ob die Krabbeltiere auch auf die Unterscheidung von Krebsformen geruchlich trainiert werden können: "Es zeigt sich, dass einzelne Ameisen nur wenige Versuche benötigen, um sich den spezifischen Geruch menschlicher Krebszellen einzuprägen und verlässlich wahrzunehmen", schreiben die Wissenschaftler.

Weitere Studien müssen nun erproben, ob die tierischen Schnüffler auch bei der Krebs-Früherkennung eingesetzt werden können.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Revolution in der Krebsdiagnostik?

Durch den schnellen Trainingserfolg könnten Ameisen einen Erfolg in der Krebsdiagnostik darstellen. Bisher trainieren Experten Hunde, die mit ihrer feinen Spürnase zwischen Krebszellen und gesundem Gewebe unterscheiden können. Der große Vorteil im Vergleich zu den Säugetieren sei, dass Ameisen einfach und kostengünstig gezüchtet und gehalten werden können und außerdem im Vergleich leichter trainiert werden können.

Dieses Potenzial gilt es nun allerdings erst weiter auszuloten. Die Zuverlässigkeit dieses Konzepts müsse in klinischen Studien untersucht und noch weiterentwickelt werden, schreibt das Forschungsteam. (cba)