Meist Männer betroffen

Studie: Vier Prozent aller Krebserkrankungen weltweit stehen mit Alkoholkonsum in Verbindung

Über 700.000 Krebs-Fälle sind laut einer Studie vermutlich auf Alkoholkonsum zurückzuführen.
Über 700.000 Krebs-Fälle sind laut einer Studie vermutlich auf Alkoholkonsum zurückzuführen.
© dpa, Jens Büttner

14. Juli 2021 - 11:12 Uhr

Rund 741.000 Fälle könnten laut Studie mit Alkoholkonsum zusammenhängen

Etwa vier Prozent aller im vergangenen Jahr erstmals festgestellten weltweiten Krebserkrankungen könnten nach Einschätzung einer Expertenkommission mit dem Konsum von Alkohol zusammenhängen – zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam von der Internationalen Agentur für Krebsforschung in Lyon. Rund 741.000 Fälle könnten laut der Studie mit Alkoholkonsum verbunden sein. In etwa Dreiviertel der Fälle waren Männer betroffen.

In Deutschland liegt der Anteil ebenfalls bei vier Prozent

In Deutschland standen den Berechnungen zufolge im vergangenen Jahr etwa 21.500 erstmals diagnostizierte Krebserkrankungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol. Das sei ebenfalls ein Anteil von vier Prozent. Besonders hoch lag der geschätzte Anteil unter anderem in Osteuropa und Ostasien mit etwa sechs Prozent. Die geringste Rate hatten Nordafrika und Westasien.

Lese-Tipp: Mit diesen Lebensmitteln senken Sie das Krebsrisiko

Vor allem Menschen mit hohem Alkoholkonsum betroffen

Unter den Diagnostizierten befänden sich zwar vor allem Menschen mit hohem Alkoholkonsum. In 14 Prozent der Fälle seien es jedoch auch Personen mit "moderatem" Trinkverhalten gewesen – das entspreche 20 Gramm Alkohol pro Tag, also etwa zwei kleinen Gläsern Wein oder einem halben Liter Bier. Nach Angaben der Studie beschädigt Alkohol die menschliche DNA und beeinflusst den Hormonhaushalt im Körper, was zu einer Krebserkrankung beitragen kann. Besonders häufig im Zusammenhang mit Alkohol seien Speiseröhren-, Leber- und bei Frauen auch Brustkrebs.

Die Studie arbeitete mit geschätzten Werten. Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Alkoholkonsum sowie gemeldete Krebserkrankungen gingen daher nicht mit in die Ergebnisse ein. (dpa/jos)