Bemerkenswerte Erkenntnis

Studie: Erkranken Raucher seltener an Corona?

Leiden Raucher weniger stark unter Corona-Symptomen?
Leiden Raucher weniger stark unter Corona-Symptomen?
© dpa, Jens Kalaene, jka dna bwe sab

19. November 2020 - 8:46 Uhr

Forscher aus Regensburg machen erstaunliche Entdeckung

Im Rahmen einer Studie zum Verlauf der ersten Corona-Welle in der Stadt und dem Landkreis Regensburg machten die dortigen Forscher eine erstaunliche Entdeckung, die besonders Raucher interessieren dürfte. Demzufolge könnten Raucher besser vor einer Corona-Infektion geschützt sein.

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Typische Corona-Symptome weniger ausgeprägt

In die Studie flossen Daten von 1084 Fällen von Corona-Positiven aus Stadt und Landkreis Regensburg ein, die dem dortigen Gesundheitsamt gemeldet wurden. Zudem wurden mit 419 Genesenen sechs Wochen nach der Infektion Telefoninterviews geführt.

Bei 417 der befragten und genesenen Personen konnte erfasst werden, ob sie Raucher sind oder nicht: 50 waren Raucher, 367 Nichtraucher.

Ein Ergebnis bei diesen Befragten ist besonders verblüffend: Laut der Studie waren Raucher im Durchschnitt viel kürzer tatsächlich mit Symptomen erkrankt als Nichtraucher. Außerdem waren laut Regensburger Studie bei den Rauchern Symptome wie Geruchs-Geschmacksstörung, Erkältung und Atemstörungen deutlich weniger ausgeprägt als bei Nichtrauchern. Auch die Dauer der Erkrankung war bei den Rauchern meistens kürzer.

Zusammenhänge müssen noch weiter untersucht werden

Die der Studie zugrunde liegenden Daten stammen vom Regensburger Gesundheitsamt. Der stellvertretende Sachgebietsleiter für Infektionsschutz und Hygiene, Dr. Benedikt Lampl, war maßgeblich an der Studie beteiligt. Er sieht eine mögliche Erklärung für die weniger ausgeprägten Symptome bei Rauchern darin: "Man könnte sich zum Beispiel vorstellen, Raucher leiden ja häufig an Raucherhusten. Das heißt, das ist ein "Symptom", das die Raucher dauerhaft haben unter Umständen. So dass ein zusätzlicher Husten durch eine entsprechende Infektion in der eigenen Wahrnehmung gar nicht so ins Gewicht fällt, insbesondere dann, wenn er nur leicht ausgeprägt ist." 

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Rauchen gegen das Corona-Virus?

Auf gar keinen Fall sollte man deshalb nun die Ergebnisse der Studie als Empfehlung auffassen, jetzt mit dem Rauchen anzufangen, um sich vor Corona zu schützen. Auch Mediziner Lampl warnt: "Die Frage, ob man quasi zum Raucher werden sollte, um sich vor einer Covid-Infektion zu schützen, kann man als Mediziner nur nachdrücklich mit NEIN beantworten."

Denn Rauchen ist extrem ungesund und bleibt es auch. Mit jedem Zug an der Zigarette nimmt der Körper Schadstoffe zu sich. Er ist anfälliger für Krankheiten. Rauchen kann zu gravierenden Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Lungenkrebs führen. Außerdem haben Raucher eine wesentlich kürzere Lebenserwartung.

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