Zusammenspiel von Psyche und Körper

Neue Studie zeigt: Depressionen könnten Allergien fördern

© iStockphoto

7. Juni 2019 - 17:19 Uhr

Auch bei Angststörungen Zusammenhang festgestellt

Depressionen, Angststörungen und Allergien – alles völlig unterschiedliche Krankheiten, aber jede auf ihre Weise eine ernstzunehmende Belastung für Betroffene. Jetzt haben Forscher der Technischen Universität München herausgefunden, dass zwischen ihnen ein Zusammenhang besteht. Sind Menschen, die an psychischen Problemen leiden, empfänglicher für Allergien?

1.700 Probanden befragt

Das Team der TU München befragte mehr als 1.700 Personen zu ihren Allergien – und unterschied dabei zwischen ganzjährig auftretenden wie Hausstaub- oder Tierhaarallergien, saisonalen wie gegen Gräserpollen sowie anderen Allergien, etwa gegen bestimmte Nahrungsmittel.

Weiterhin beantworteten die Teilnehmer Fragen zu ihrer psychischen Verfassung, wobei vor allem Depressionen, akuter mentaler Stress und generalisierte Angsterkrankungen, die den kompletten Alltag beeinflussen, im Fokus standen.

Depressive Personen leiden öfter an ganzjährigen Allergien

Etwa ein Viertel der Befragten gab an, unter Allergien zu leiden: 7,7 Prozent davon an das ganze Jahr über, 6,1 Prozent an saisonalen und 13,6 Prozent an anderen Formen. Die Teilnehmer, die an einer generalisierten Angststörung litten, hatten auffällig häufig mit Pollenallergien zu kämpfen. Die Befragten mit einer Depression beziehungsweise depressiven Phasen leiden hingegen verstärkt an ganzjährigen Allergien.

Ob die Psyche dabei Einfluss auf die Entstehung von Allergien hat oder umgekehrt, konnte die Studie nicht beantworten – hierfür sollen nun weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Überraschend fanden die Forscher allerdings, dass Nahrungsmittelallergien offenbar so gut wie gar nicht von psychischen Faktoren beeinflusst werden.

Im Video: Wie funktionieren eigentlich Antidepressiva?