Da hilft auch kein Kamm

Seltenes Haar-Syndrom: Florence sieht aus wie Einstein!

Albert Einstein litt an der gleichen Krankheit wie die kleine Florence.
Albert Einstein litt an der gleichen Krankheit wie die kleine Florence.
© RTL

16. September 2021 - 17:35 Uhr

Jeder kennt sie als "das Kind mit den komischen Haaren"

Nein, dieses Kind ist nicht verwahrlost. Und ja, Familie Patterson hat Bürsten und Kämme zuhause. Sie nützen nur leider bei der sechsjährigen Florence nichts. Denn sie leidet an einer seltenen Krankheit.

Das 'uncombable hair syndrome'

Florence Patterson mit ihrer Mama Jill.
Florence Patterson mit ihrer Mama Jill.
© Kennedy News and Media

Erst relativ spät, mit drei Jahren, steht Florences Diagnose fest: Sie hat das 'uncombable hair syndrome', auf Deutsch auch das 'Syndrom der unkämmbaren Haare' oder 'Struwwelpeter-Syndrom' genannt. Typisch dafür ist, dass das Haar grundsätzlich zerzaust ist und meist silber-blond - so wie bei Florence aus den britischen Newcastle.

"Wir haben schon früh bemerkt, dass ihre Haare irgendwie anders sind. Da war sie ungefähr ein Jahr alt. Wir fanden das eher lustig", erzählt Mama Jill Kennedy News.

Gar nicht lustig allerdings sind teils die Reaktionen anderer Menschen. "Fremde fassen sie oder ihre Haare einfach so an! Wir haben ihr beigebracht, den Leuten zu sagen, dass sie das lassen sollen und sie nicht einfach berühren dürfen", erzählt Papa Kyle. Und weiter: "Wohin auch immer wir gehen, den Leuten bleibt der Mund offen stehen. Wir bekommen viele abfällige Kommentare, dass wir ihr die Haare kämmen sollen. Oder sowas wie 'Schau dir mal den Zustand dieses Kindes an!'"

Das macht wütend. Vor allem, weil niemand etwas dafür kann, schon gar nicht die kleine Florence. Und etwas gegen die Krankheit unternehmen kann man auch nicht.

Mit vielen Tricks klappt es doch. Irgendwie.

Florence ist die Einzige in ihrer Familie mit so wilden Haaren.
Florence ist die Einzige in ihrer Familie mit so wilden Haaren.
© Kennedy News and Media

Behandeln oder heilen kann man die Krankheit nicht, aber: Sie ist komplett ungefährlich. Florence große Geschwister haben ganz andere Haarstrukturen. Vermutlich war es einfach eine Laune der Natur, dass Florence von Geburt an an dem Syndrom erkrankt ist.

Auch Albert Einstein soll an dem Gendefekt gelitten haben. Das Struwwelpeter-Syndrom ist allerdings extrem selten und soll Schätzungen zufolge höchstens ein paar tausend Menschen betreffen.

Und noch eine gute Nachricht: Mittlerweile wissen die Pattersons genau, wie sie mit Florences Haarpracht umgehen müssen.

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"Wir waschen ihre Haare in der Badewanne, nicht in der Dusche. Sie saugen sich schlecht mit Wasser voll und bleiben gerne mal staubtrocken. Nach der Badewanne trocknen wir sie mit dem Handtuch, lassen den Conditioner drin und picken die ganzen Dreadlocks auseinander, die sich gebildet haben. Das dauert zwar ewig, aber am nächsten Tag hat sie die wunderschönsten, blonden Locken.", erklärt Papa Kyle Patterson.

Tja. Aber noch einen Tag später ist die ganze Mühe umsonst gewesen und Florence sieht wieder super zerzaust aus.

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Das macht aber gerade Florence relativ wenig aus. Die Sechsjährige ist in der Schule sehr beliebt und hat einen Haufen Freunde, wie ihre Mutter erzählt: "Ihre Haare gehören einfach zu ihrer Persönlichkeit. Sie wurde in der Schule gut akzeptiert, weil ihre Persönlichkeit alles überstrahlt."

Selbst durch ihre dichten, wirren Haare hindurch… (cga)