Kommt bald mehr Energie aus dem Ausland?

Erschreckende Bilanz: Hamburgs Stromproduktion drastisch eingebrochen

Die Stromproduktion in Hamburg ist drastisch geschrumpft. (Symbolbild)
Die Stromproduktion in Hamburg ist drastisch geschrumpft. (Symbolbild)
fg geo, dpa, Federico Gambarini

Die Stromproduktion in Hamburg ist innerhalb der letzten Jahre drastisch geschrumpft. Während im Jahr 2015 noch mehr als 8,5 Millionen Megawattstunden Strom erzeugt werden konnten, waren es 2021 nur noch 2,8 Millionen. Im Gegenzug ist die Erzeugung nachhaltiger geworden, die Stadt Hamburg kann hierfür aber keine Lorbeeren ernten.

Energie aus dem Ausland nötig?

Innerhalb von nur sechs Jahren ist die Hamburger Stromproduktion um zwei Drittel gesunken. Diese heikle Bilanz hat der Senat in einer Antwort auf eine Anfrage der CDU veröffentlicht. Die Partei befürchtet, dass Hamburg künftig zunehmend mehr Energie aus dem Ausland einkaufen muss, schließlich verbraucht die Hansestadt über 11 Millionen Megawattstunden Strom pro Jahr.

Dafür ist die Stromproduktion deutlich nachhaltiger und grüner geworden, heißt es weiter. Dieser positive Trend hängt aber keinesfalls mit der Nachhaltigkeitsstrategie Hamburgs zusammen – vielmehr ist die Abschaltung des Kohlekraftwerks Moorburg hierfür verantwortlich. Es wurde Mitte 2021 stillgelegt und konnte mit seiner Leistung fast den kompletten jährlichen Strombedarf der Millionenmetropole decken. Durch die Abschaltung sank der Anteil von fossilen Energieträgern nun von 92 auf 75,2 Prozent.

Keine Pläne für erneuerbare Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien stieg im Gegenzug sprunghaft an. Waren es 2015 noch 6,3 Prozent, machen sie jetzt 21,1 Prozent des gesamten produzierten Stroms aus. In Zahlen sind das 595.000 Megawattstunden grüner Strom im Jahr 2021. Eine konkrete Antwort auf die Frage, welche Ziele sich der Senat für den künftigen Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt hat, gab es aber nicht. Es hieß lediglich, dass Ausbauziele in Arbeit seien und im nächsten Klimaplan festgesetzt werden sollen. (dpa/hzi)