Kilowattstunde kostet im Schnitt 30,4 Cent

Strompreise in Deutschland auf neuem Allzeithoch

Die Stromkosten liegen bei über 30 Cent die Kilowattstunde.
Die Stromkosten liegen bei über 30 Cent die Kilowattstunde.
© picture alliance, Wolfgang Filser

25. August 2021 - 15:46 Uhr

Steuern, Abgaben und Umlagen treiben Preis immer höher

Die Energiepreise gehen gerade durch die Decke und treiben die Inflation auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Heizöl und Sprit haben sich deutlich verteuert. Und auch der Strompreis macht in diesem Jahr einen Sprung: Laut dem Vergleichsportal Verivox kostet aktuell eine Kilowattstunde Strom für private Haushalte durchschnittlich 30,4 Cent – so viel wie noch nie.

Strompreis seit Jahrtausendwende verdoppelt

Der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde Strom ist im August 2021 laut Verivox-Verbraucherpreisindex auf durchschnittlich 30,4 Cent gestiegen. Damit bezahlen private Haushalte einen neuen Rekordpreis für Strom. Vor einem Jahr lagen die Kosten laut Verivox noch bei 28,75 Cent. Auf Jahressicht bedeutet das einen Anstieg von 5,7 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren hat der Strompreis um ein Viertel zugelegt, seit der Jahrtausendwende müssen Verbraucher mehr als das Doppelte für Strom aufwenden.

"Der starke Strompreisanstieg der letzten 20 Jahre geht vor allem auf stetig steigende Steuern, Abgaben und Umlagen in diesem Zeitraum zurück", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. "Solange der Gesetzgeber hier nicht nachjustiert, werden Haushalte auch in Zukunft nicht nachhaltig beim Strom entlastet."

Mit Stromanbieter-Wechsel im Schnitt 277 Euro pro Jahr sparen

Hauptgrund für den aktuellen Strompreisanstieg sind allerdings nicht die staatlichen Umlagen und Abgaben, sondern die Entwicklung bei den Großhandelspreisen. Diese sind laut Verivox im Jahresverlauf deutlich angestiegen und derzeit so hoch wie zuletzt im März 2013. Während der mengengewichtete Durchschnittspreis an der Strombörse EEX im Januar 2021 noch bei 45,29 Euro je Megawattstunde lag, waren es im Juli schon 50,81 Euro. Damit sind die Kosten der Versorger seit Anfang des Jahres um 12 Prozent gestiegen.

"Die Preise, die Kraftwerksbetreiber für Verschmutzungsrechte zahlen müssen, sind zuletzt deutlich gestiegen; seit Jahresbeginn um rund 60 Prozent. Darüber hinaus belasten höhere Brennstoffkosten die Großhandelspreise. Dieser Anstieg wird nach und nach an die Verbraucher weitergegeben", so Thorsten Storck.

Verbraucher können den Preisanstieg bremsen, indem sie sich um günstigeren Strom kümmern. Zwar spüren auch alternative Stromanbieter den höheren Kostendruck, dennoch lohnt sich ein Preisvergleich. Wer noch nie den Anbieter gewechselt hat und das günstigste, verbraucherfreundliche Angebot wählt, spart laut Verivox mit einem Wechsel durchschnittlich 277 Euro pro Jahr ein. (verivox/aze)