Stilles Mineralwasser im Öko-Test:

Zwei teure Marken überzeugen nicht

Viel trinken ist wichtig. Am besten sollten Sie aber auch das richtige Wasser trinken.
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25. Juni 2020 - 16:11 Uhr

Bedenkliche Schadstoffe trotz hohem Preis

Bei der aktuellen Hitzewelle ist es umso wichtiger, viel zu trinken. Doch gerade bei stillem Mineralwasser aus der Flasche sollten Sie genauer hinsehen. Laut Öko-Test sind nicht alle Marken zu empfehlen – und auch ein hoher Preis garantiert keinen bedenkenlosen Genuss.

Keim-Risiko in stillem Wasser höher als bei Sprudel

Wegen der enthaltenen Mineralien ziehen viele Menschen stilles Mineralwasser dem Leitungswasser vor. Für manche ist es auch eine reine Geschmacksfrage. Jedoch sind stille Mineralwässer auch anfälliger für Keime als solche mit Kohlensäure. Hier kann Öko-Test jedoch schon einmal beruhigen: In keinem der 100 getesteten Wasser - darunter 16, die für die Zubereitung von Säuglingsnahrung gekennzeichnet sind - wurden krankmachende Keime gefunden. 63 sind empfehlenswert, einige haben jedoch schlecht abgeschnitten.

Wie viel Sie an heißen Tagen wirklich trinken sollten, erfahren Sie hier. Das deutsche Leitungswasser unterliegt strengen Kontrollen und kann daher fast immer bedenkenlos getrunken und abgefüllt werden. Durch die Corona-Krise sind allerdings auch bei unserem Trinkwasser Probleme entstanden – wie Sie sich vor möglichen Legionellen schützen können erfahren Sie hier. 

Breites Mittelfeld, aber bekannte Marken enttäuschen

32 Wasser liegen laut Testurteil im soliden Mittelfeld. Darunter das "Gut & Günstig" Mineralwasser still von Edeka ("befriedigend") oder das Produkt von Vöslauer ("ausreichend"). Da auch die Umweltfreundlichkeit ein wichtiges Kriterium für die Tester ist, wurden Wasser in PET-Einwegflaschen prinzipiell nicht besser als mit der Note "befriedigend" bewertet. Eine Ausnahme gab es nur dann, wenn der Hersteller belegen konnte, dass überwiegend Recyclingkunststoff für die Flaschen verwendet wurde.

Drei Wasser gingen mit der Note "mangelhaft" nach Hause. So enthält beispielsweise das Bielefelder Wasser "Merkur Still" eine bedenklich hohe Menge an Bor. Dieser Stoff hat sich in Tierversuchen als entwicklungs- und fortpflanzungsschädigend erwiesen.

Zudem gab es zwei herbe und zugleich überraschende Enttäuschungen im Test: Die für Babynahrung geeigneten Danone-Wasser Evian und Volvic erhalten die jeweils schlechteste Note "ungenügend":

  • Das stille Mineralwasser von Evian den strengen Grenzwert für Uran. Bei einer Anreicherung im Körper kann es zu Schädigungen von Lunge und Nieren führen.
  • Im Volvic-Produkt fanden die Tester Vanadium. Es steht im Verdacht, krebserregend und keimzellenschädigend zu sein. Weiterhin enthielt dieses Wasser hohe Mengen an Nitrat. Gerade Säuglinge sollten daher besser nicht davon trinken.

41 Mineralwasser waren "sehr gut"

Insgesamt schnitten 41 stille Mineralwasser im Test mit "sehr gut" ab. Dazu gehörten unter anderem:

  • "Black Forest Still" von den Peterstaler Mineralquellen für 0,81 Euro*,
  • das Rhönsprudel-Wasser für 0,67 Euro
  • und das günstige "Mineau Naturelle" von Anna Zimmermann für 0,25 Euro.

22 Wasser erhielten zwar nicht die Bestnote, sind aber dennoch uneingeschränkt empfehlenswert. So haben beispielsweise das "K-Classic Mineralwasser" von Kaufland für nur 0,13 Euro, das "Saskia Still" von Lidl für 0,13 Euro und das Rossmann-Wasser "Genuss Plus" für 0,69 Euro ebenso eine gute Figur mit der Gesamtnote "gut" gemacht.

*Preisangaben pro Liter

Wie Öko-Test in der aktuellen Ausgabe Baby-Feuchttücher bewertet hat, finden Sie hier.