Stiftung Warentest testet Matratzen

© diego cervo

11. Dezember 2019 - 10:12 Uhr

Kaltschaummatratze: Höchstens mittelmäßig

Wer schlecht schläft und am Morgen wie gerädert aus dem Bett steigt, kann ein Problem mit der Matratze haben. Die Stiftung Warentest hat aktuell 24 Matratzen der Typen Latex, Kaltschaum und Boxspring getestet sowie die besten Taschenfederkern-Modelle aus älteren Tests herausgefiltert. Insgesamt ist das Ergebnis ernüchternd bis alarmierend, denn: ausgerechnet die ungeeignetsten Modelle, die Kaltschaummatratzen, haben den größten Marktanteil. Im aktuellen Stiftung Warentest kommt keine Kaltschaummatratze über ein 'Befriedigend' hinaus (hier finden Sie einen aktuellen Vergleich).

In den meisten Kaltschaummatratzen bilden sich bereits nach kurzer Zeit spürbare Liegekuhlen. Dann muss eine neue Matratze her. Viele Matratzen dieses Typs haben falsche Härteangaben – sie sind deutlich weicher als angegeben – und außerdem dünsten sie schädliche Gase aus, die sogar krebserregend sind. Meist ist dieser Vorgang jedoch nach dem ersten Tag nach dem Auspacken abgeschlossen. Kaltschaummatratzen sollten also nicht direkt benutzt werden. Verschwindet der unangenehme Geruch auch nach vier Wochen nicht, sollte die Matratze reklamiert werden.

Die beste Kaltschaummatratze im Test war die Panther QX Schaummatratze für 700 Euro (alle Preise gelten für das Format 90x200 Zentimeter). Die Panther war mit 2,6 "befriedigend". Schlusslicht beim Kaltschaum: Fey Elegance MDI 85 für 680 Euro. Note 3,3 "befriedigend".

Boxspring: "Wenig Luxus für viel Geld"

Latexmatratzen sind die Favoriten der Tester: Von den fünf Test-Lagern erreichten drei eine "gute" Note. Latexmatratzen haben durch die Bank gute Liegeeigenschaften und halten lange durch. Spitzen-Matratze im Test: Die Allnatura Naturlatex-Matratze Supra-Comfort Allergie für 680 Euro. Ihr Ergebnis: 2,2 "gut". Latex-Schlusslicht wurde die Malie Pure Green für 580 Euro mit der Note 2,6 "Befriedigend". Latexmatratzen werden derzeit kaum nachgefragt. Ihr Marktanteil liegt bei unter einem Prozent.

Boxspring-Matratzen sind die mit Abstand teuersten Lagerstätten. Die Stiftung Warentest findet jedoch, dass sie "wenig Luxus für viel Geld" bieten. Sie sind dennoch recht beliebt. Ihr Marktanteil liegt bei etwas unter zehn Prozent. Einzige "gute" im Test: Die Musterring Evolution (Note 2,4 "gut") für stolze 2.570 Euro. Schlechteste Matratze dieses Typs: die Oschmann Belcanto Eden für 2.280 Euro. Sie bekam die Note 4,5 ("ausreichend").

Was muss eine gute Matratze leisten? Es gibt zwei Kriterien, die für alle Matratzen, unabhängig von den individuellen Bedürfnissen der Schläfer, gelten. So muss eine gute Matratze beim Schlaf in Rückenlage die doppelte S-Kurve der Wirbelsäule unterstützen, ohne die Wirbelsäule zu verbiegen. In Seitenlage muss die Matratze die Schuler und das Becken so stark einsinken lassen, dass die Wirbelsäule gerade ist.

Übersicht: Die besten und schlechtesten Matratzen jedes Typs:

Kaltschaummatratzen:

Top: Panther QX Schaummatratze, 700 Euro. Note: 2,6 "befriedigend".

Flop: Fey Elegance MDI 85, 680 Euro. Note 3,3 "befriedigend"

Latexmatratzen:

Top: Allnatura Naturlatex-Matratze Supra-Comfort Allergie, 680 Euro. Note: 2,2 "gut".

Flop: Malie Pure Green, 580 Euro. Note 2,6 "Befriedigend".

Boxspring-Matratzen::

Top: Musterring Evolution (Note 2,4 "gut") 2.570 Euro.

Flop: Oschmann Belcanto Eden, 2.280 Euro. Note 4,5 ("ausreichend").

Bitte beachten Sie: Die schlechteste Latexmatratze ist immer noch so gut wie die beste aus Kaltschaum. Und die schlechteste Boxspring-Matratze - eine Anschaffung, die Sie deftige 2.280 Euro ärmer macht - ist die schlechteste Matratze im gesamten Test.