Mit denen sollten Sie lieber nicht ins Bett!

Stiftung Warentest findet Schadstoffe in Sexspielzeugen

30. Januar 2019 - 13:52 Uhr

Fünf der 18 getesteten Sextoys sind stark belastet

Der Handel mit Sextoys boomt. Vibratoren, Dildos, Liebeskugeln und Co haben längst unser Schlafzimmer erobert. Unterschiedliche Formen, Farben, Materialen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Aber wie sieht es mit den Inhaltsstoffen aus? Immerhin haben die Sextoys naturgemäß viel Körperkontakt, auch mit Schleimhäuten. Stiftung Warentest hat jetzt erstmals Sexspielzeug auf Schadstoffe getestet. Mit durchwachsenen Ergebnissen. Welche Sextoys mit "sehr gut" abschnitten und von welchen Sie schadstofftechnisch besser die Finger lassen sollten - die Testsieger und Verlierer gibt's im Video.

Von "sehr gut" bis "mangelhaft"

Insgesamt 18 Vibratoren, Liebeskugeln und Penisringe von 6,80 Euro bis 165 Euro hat Stiftung Warentest ins Labor geschickt und auf Schadstoffe untersucht. Das Ergebnis: Fünf der 18 getesteten Sextoys sind laut Stiftung Warentest stark mit Schadstoffen belastet. Ein Produkt hätte sogar gar nicht verkauft werden dürfen.

Von insgesamt 16 Produkten konnten nur drei Vibratoren und ein Penisring mit "sehr gut" bewertet werden. Fünf Produkte waren sehr stark mit Schadstoffen belastet und erhielten die Note "mangelhaft". Sieben Produkte wurden immerhin "gut", zwei als "befriedigend" eingestuft.

Schadstoffbelastung ist keine Frage des Preises

Das Problem: viele der Sexspielzeuge oder ihr Zubehör bestehen aus Silikon und anderen Kunststoffen. In den "mangelhaften" Produkten fanden die Tester zum Beispiel den Weichmacher DEHP, der die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Außerdem entdeckten sie Phenol, das im Verdacht steht, genetische Defekte zu verursachen sowie Nickel, das Allergien auslösen kann. Ebenso konnten sie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachweisen. Einige Vertreter dieser Schadstoffgruppe gelten als krebserregend.

Die Schadstoffbelastung ist dabei keine Frage des Preises. Unter den getesteten Produkten waren auch hochpreisige Sexspielzeuge wie zum Beispiel der Vibrator "Womanizer", der stolze 165 Euro kostet. Ihm wiesen die Tester geringe, aber nicht Besorgnis erregende Schadstoffgehalte nach. Das Ergebnis: "befriedigend". Gleichzeitig kostet einer der drei in Sachen Schadstoff "sehr guten" Vibratoren nur 15 Euro, ein anderer knapp 100 Euro.

Keine Schadstoffgrenzwerte für Sextoys

Während sich Käufer von Sextoys in puncto Spaßfaktor an den Erfahrungen anderer User im Netz orientieren können, gibt es in Hinblick auf Schadstoffe keine speziellen Schadstoff-Grenzwerte. Das ist umso erstaunlicher, als genau diese Produkte ja naturgemäß besonders viel Kontakt mit dem Körper und vor allem mit Schleimhäuten haben. Für ihre Untersuchung haben sich die Warentester nach eigenen Angaben deshalb an allgemeingültigen Grenzwerten oder Vorgaben für andere Produktgruppen orientiert, für Kinderspielzeug etwa.

Übrigens: Ein unangenehmer Kunststoffgeruch beim ersten Auspacken ist laut Angaben von Stiftung Warentest kein zuverlässiger Indikator für die Schadstoff-Belastung: Der kam im Test zwar bei mehreren Produkten vor – einige davon erwiesen sich aber ansonsten als völlig unbedenklich.

Die vollständigen Testergebnisse können Sie bei Stiftung Warentest nachlesen.