Französin ist die erste WM-Schiedsrichterin überhaupt

Fußball-Geschichte! Stéphanie Frappart pfeift DFB-Spiel gegen Costa Rica

Soccer Football - FIFA World Cup Qatar 2022 - Group H - Portugal v Ghana - Stadium 974, Doha, Qatar - November 24, 2022  Fourth official Stephanie Frappart before the match REUTERS/Hannah Mckay
Leitet als erste Frau ein WM-Spiel als Schiedsrichterin: Stéphanie Frappart.
zc, REUTERS, HANNAH MCKAY

Das so wichtige Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Donnerstag (20 Uhr/ auch hier live bei uns im RTL-Liveticker) gegen Costa Rica geht schon in die Geschichtsbücher ein, noch bevor der Ball überhaupt gerollt ist. Der Grund: Mit der Französin Stéphanie Frappart leitet zum ersten Mal eine Frau ein WM-Spiel. Damit geht eine lange Leidenszeit zu Ende.

Frappart ist an Meilensteine bereits gewöhnt

Frappart schreibt somit Fußball-Geschichte: Die 38-Jährige wurde am Dienstag offiziell vom Weltverband FIFA für die Leitung der WM-Partie zwischen der DFB-Elf und den Mittelamerikanern angesetzt. An derartige Meilensteine ist Frappart bereits gewöhnt. In den vergangenen dreieinhalb Jahren leitete die Unparteiische als erste Frau ein Spiel der französischen Ligue 1, eine Partie der Champions League und eine Begegnung in der WM-Qualifikation.

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Nicht nur Fußball-Deutschland horchte auf, als es endlich so weit war – Frappart allerdings bekam vom Rummel auf Twitter, Instagram und Facebook rund um ihre Nominierung nichts mit. Dem Internet-Getöse um diesen historischen Moment schob sie aber ganz bewusst einen Riegel vor. „Ich bin nicht in den sozialen Netzwerken aktiv“, sagte Frappart. „Ich möchte da nicht in alles hineingezogen werden.“

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„Ich ziehe das Feedback von Leuten vor, die sich auskennen"

Diese Haltung hat den großen Vorteil, dass Frappart auch von einer möglichen Internet-Kritik im Anschluss an das Spiel, das für den deutschen Fußball so wichtig ist, zumindest auf direktem Wege nichts mitbekommen wird – was sie sehr begrüßt. „Selbstkritik sollte das Ergebnis einer Analyse von Experten sein“, sagte die 38-Jährige. „Ich ziehe das Feedback von Leuten vor, die sich auskennen.“

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Es ist nicht verwunderlich, dass Frappart auf die Rückmeldungen der Vorgesetzten setzt. Schließlich waren diese Kritiken in den vergangenen Jahren derart beeindruckend, dass sie nun Geschichte schreiben darf. Noch weit mehr als ihre frühere deutsche Kollegin Bibiana Steinhaus-Webb ist Frappart mit ihren bisherigen Auftritten im Männer-Fußball bereits daran gewohnt.

Die Verantwortlichen des Weltverbands FIFA brauchten trotzdem – und auch trotz guter Leitungen der Französin – eine ziemlich lange Bedenkzeit. Elf Tage gingen bei dieser WM ohne Einsatz einer Frau ins Land, am zwölften wird es so weit sein. „Es ist sehr emotional, denn die WM ist die wichtigste Sportveranstaltung der Welt“, sagte Frappart. „Ich fühle mich sehr geehrt, ausgewählt worden zu sein.“

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DFB-Elf bangt gegen Costa Rica ums Weiterkommen

Gute Kritiken bekommt Frappart hoffentlich auch nach dem Deutschland-Spiel. Für die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick geht es um nicht weniger als den Einzug ins Achtelfinale. Die Schmach von der WM 2018, als schon in der Gruppenphase Schluss war, soll unbedingt vermieden werden.

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Die DFB-Auswahl muss gegen Costa Rica gewinnen, um doch noch als Gruppenzweiter ins WM-Achtelfinale einziehen zu können. Über die abschließende Platzierung in Gruppe E entscheidet dabei auch das Parallel-Spiel zwischen Spanien und Japan. Die Spanier führen die Gruppe mit vier Punkten vor Japan und Südkorea (je drei Punkte) sowie der noch sieglosen deutschen Mannschaft (ein Punkt) an. Der Gruppenerste und -zweite kommen weiter.

In Katar warten noch mehr Frauen auf ihren Einsatz

In Katar erhielt Frappart den Vorzug vor Salima Mukansanga (Ruanda) und Yoshimi Yamashita (Japan). Yamashita ist am Donnerstag als Vierte Offizielle beim Spiel zwischen Kanada und Marokko eingeteilt.Neben den drei Schiedsrichterinnen hat die FIFA die drei Assistentinnen Neuza Back (Brasilien), Karen Diaz Medina (Mexiko) und Kathryn Nesbitt (USA) nach Katar geholt. Sie gehören zu der erlesenen Gruppe von 36 Schiedsrichtern, 69 Assistenten und 24 Video-Offiziellen. (jlu/sid/dpa)