Tikiri muss nicht mehr leiden

Sri Lanka: Abgemagerter Parade-Elefant (70) stirbt kurz nach Rettung

© Save Elephant Foundation

25. September 2019 - 11:53 Uhr

Am Ende war die Belastung einfach zu groß

Jahrelang musste die Elefanten-Dame Tikiri auf dem Perahera Festival in Sri Lanka arbeiten. Schön geschmückt lief sie mit anderen Tieren und Tänzern auf der Parade mit, doch die bittere Realität versteckte sich unter ihrem Gewand: Bis auf die Knochen war das Tier abgemagert. Nach einem heftigen Shitstorm wurde sie schließlich von dem Festzug zurückgezogen. Doch für Tikiri waren die Belastungen eines Lebens in Gefangenschaft einfach zu groß. Nur wenige Wochen später ist sie nun gestorben.

Sri Lanka: Besucher des Festivals lassen sich von Elefanten segnen

Es waren herzzerreißende Fotos von der Elefanten-Dame, die die Stiftung "Save Elephant Foundation" geteilt hatte, um auf die schlimme Situation von Festival-Elefanten aufmerksam zu machen: "Tikiri nimmt jeden Abend früh bis spät in die Nacht an der Parade teil, zehn aufeinanderfolgende Nächte, inmitten des Lärms, des Feuerwerks und des Rauches", schrieb die Stiftung.

"Sie läuft jede Nacht viele Kilometer, damit sich die Menschen während der Zeremonie gesegnet fühlen," erklären sie weiterhin. Doch während die Menschen sich von den Elefanten segnen lassen, sehen sie erstmal nur die glitzernden Gewände, nicht aber den knochigen Körper des Tieres.

Elefant in einem Gewand
Das Kostüm verdeckt die anstrengende Realität: Tikiri war bis auf die Knochen abgemagert
© Save Elephant Foundation

"Save Elephant Foundation" kümmerte sich um misshandelte Tikiri

Schätzungen von "World Animal Protection" zufolge werden in ganz Asien 3.000 Elefanten zur Unterhaltung eingesetzt, von denen 77 Prozent unmenschlich behandelt werden. Hinzu kommt, dass Millionen Menschen jedes Jahr nach Asien reisen und an Touristenattraktionen teilnehmen, wo sie Elefanten reiten, ihnen zusehen können, wie sie Tricks aufführen, oder sie füttern. Auf die Misshandlungen und das Leid der Tiere versucht die Organisation seit Jahren aufmerksam zu machen. So forderte die Organisation auch die Zuschauer auf, an den Premierminister von Sri Lanka zu schreiben, um dieser Grausamkeit ein Ende zu setzen:

"Niemand sieht die Tränen in ihren Augen, hervorgerufen durch die hellen Lichter, die ihre Maske zieren. Niemand sieht, dass sie Schwierigkeiten hat zu laufen, da ihre Beine gefesselt sind. Wie können wir das einen Segen oder etwas Heiliges nennen, wenn wir anderen Leben Leiden zufügen?"

Tikiris Tod soll ein Mahnmal für die Zukunft sein

Nach dem heftigen Shitstorm kam zunächst die glückliche Wendung: Tikiri wurde endlich von den Paraden abgezogen, zurück zu ihrem Besitzer im Dorf Rambukkana geschickt. Es schien, als dürfte die alte Elefantendame nun wenigstens die letzten Jahre ihres Lebens in Frieden leben. Doch ihr Körper und Geist schafften es nicht länger. Auf Facebook schreibt die Save Elephant Foundation über ihren Tod: "Tikiris Leid ist vorbei, ihre Seele ist jetzt frei."

Tausende User zeigen jetzt ihre Anteilnahme und wollen ihre Geschichte zu einem Mahnmal machen. So schreibt eine Userin: "Tikiri lebte ein Leben, das wir für andere nicht tolerieren werden. Ihr zu Ehren werden wir für Wahrheit und Gerechtigkeit für Elefanten auf der ganzen Welt kämpfen. Ruhe in Frieden, süßes Mädchen."