Land will mit Millionen-Hilfen unterstützen

Sorge um Niedersachsens Innenstädte

Symboldbild leere Innenstadt
Symboldbild leere Innenstadt
© dpa, Ole Spata, ole htf

16. Juni 2021 - 10:14 Uhr

Innenstädte müssen sich weiterentwickeln

Die Corona-Krise wird Innenstädte nach Expertenmeinung nachhaltig verändern, denn sie hat viele Zentren in Niedersachsen hart getroffen – so die Landesregierung. Die will aber darauf reagieren und betroffene Kommunen schnell dabei unterstützen, ihre Zentren zukunftsweisend zu entwickeln. Ein gemeinsames Sofortprogramm mehrerer Ministerien mit 117 Millionen Euro aus EU-Mitteln soll am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Hannover vorgestellt werden.

Hannover zeigt sich optimistisch

Die Landeshauptstadt Hannover verzeichnet seit der Pandemie weniger Besucher in der Innenstadt. Doch: "Eine Stadt wie Hannover wird das verkraften", sagte die Hauptgeschäftsführerin vom dortigen Handelsverband, Monika Dürrer gegenüber der dpa. Ihrer Einschätzung nach haben die Kunden das Einkaufen vor Ort vermisst. Also sei es daher wichtig, in die Innenstadt zu investieren und so die Menschen zu halten und zurückzuholen. Verkaufsoffene Sonntage seien für den Handel eine Selbstheilung, sagte Dürrer.

Die derzeit entspanntere Corona-Lage wird für den Einkaufsstandort als positives Signal gewertet. Aktuell sei die City wieder so lebendig wie vor der Krise, sagte Guido Langemann von der Industrie- und Handelskammer Hannover. Erlebnisse wie die Leinewelle zum Surfen würden künftig für die Wahrnehmung der Stadt von zentraler Bedeutung sein.

Leerstand in Braunschweig

 Die Filiale des Kaufhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof GmbH am Gewandhaus in Braunschweig, entworfen von Gottfried Böhm, eingeweiht 1978. Dieser Standort findet sich nicht auf der im Sommer 2020 bekanntgewordenen Schließungsliste des Konzerns. **
Die Filiale des Kaufhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof GmbH am Gewandhaus in Braunschweig,
© imago images/Eckhard Stengel, Eckhard Stengel via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Noch sind nicht so viele Braunschweiger in Shoppinglaune wie vor Coronapandemie, auch wenn sich die Frequenzen, nach Angaben des Stadtmarketings, inzwischen spürbar erholen. Insbesondere die Lockerungen für Einzelhandel und Gastronomie seit Juni hätten für eine deutliche Belebung gesorgt, sagte Sprecherin Stephanie Horn.

Durch die Schließung des Standortes Galeria Karstadt Kaufhof entstand mitten im Zentrum großflächiger Leerstand. Vor allem am Rand der Innenstadt seien in den letzten Monaten einige weitere Leerstände hinzugekommen, berichtete Horn. Nach und nach kommen ihr zufolge aber auch wieder Anfragen für freie Mietflächen und es habe trotz Pandemie bereits einige Neueröffnungen gegeben.

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Oldenburg reagiert kreativ

"Die Pandemie hat gezeigt, dass die künftige Innenstadt noch mehr denn je auf das "Erlebnis" abzielen muss", so Stadtsprecher Stephan Onnen. "Neben dem Einzelhandel und der Gastronomie werden Kultur, Wohnen und Arbeiten weiter an Bedeutung gewinnen und das Bild der City prägen." Leere Geschäftsräume werden in Oldenburg mitunter für Initiativen aus den Bereichen Kunst und Theater genutzt. "Das sorgt für Frequenz und Aufmerksamkeit, profiliert die Innenstadt als Kultur- und Kreativquartier und überbrückt idealerweise die Phase bis zur gewerblichen Neuvermietung", so der Sprecher.

Die wirtschaftlichen Folgen für die Innenstadt von Oldenburg seien jedoch noch nicht absehbar. Stadtsprecher Stephan Onnen zufolge hat sich der inhabergeführte Einzelhandel durch große Anstrengungen als "robust" erwiesen. Manche größere Unternehmen haben sich aber zurückgezogen oder einen Standort aufgegeben.

"Nach wie vor ist die Vielzahl der inhabergeführten Geschäfte ein wichtiges Pfund, mit dem die Oldenburger Fußgängerzone wuchern kann. Der Bestandspflege kommt daher große Bedeutung zu", sagte Onnen. (dpa /kum)

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