Sondierungsgespräche zwischen Grünen und FDP

"Ein Erneuerungsversprechen an dieses Land"

"Prozess noch nicht abgeschlossen" Sondierungsverhandlungen
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"Prozess noch nicht abgeschlossen"

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Lindner, Baerbock und Habeck gemeinsam zum Statement

von Maximilian Storr

Offiziell wollten sich FDP und Grüne heute erst um 11 Uhr zusammensetzen, um erste Sondierungsverhandlungen zu führen. Die ersten Verhandler gingen aber schon um 8.30 Uhr das Gebäude in der Budapester Straße in Berlin. Denn beide Parteien wollen in diesen Tagen vor allem einen Eindruck erwecken: Vertrauensvolle Gespräche hinter verschlossenen Türen führen. Um 13.20 Uhr kam es dann aber zum ankündigten Pressestatement, und auch hier präsentierten sich die Grünen-Spitze Annalena Baerbock und Robert Habeck sowie FDP-Chef Christian Lindner ziemlich harmonisch.

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Welche Brücken können gebaut werden?

Baerbock macht den Anfang: „Das ist auch ein historischer Moment, in unserer Gesellschaft, in unserem Land“, spielt sie auf das künftige Dreierbündnis an, um dann klarzustellen, dass es jetzt darum geht, „jetzt auch einen Aufbruch gemeinsam zu schaffen.“ Als nächstes sprach Lindner, der klarstellte: „Bündnis 90/Die Grünen und die FDP sind die politischen Kräfte, die sich gegen die Status Quo gelehnt haben.“

Gleichzeitig hätten die Parteien aber unterschiedliche Lösungsansätze, um den Status Quo zu überwinden, deshalb müsste jetzt geschaut werden, welche „Brücken gebaut werden können“ Zum Zwischenstand der Gespräche sagte Lindner: „Der Prozess hat in einer guten Atmosphäre begonnen, er ist aber nicht abgeschlossen“, und erklärt weiter: „Die Art und Weise wie wir sprechen, könnte auch schon eine Botschaft, ein Erneuerungsversprechen an dieses Land sein.“

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"Enorm, was in den letzten Tagen passiert ist"

Auch Grünen-Chef Habeck lobte: „Es ist enorm, was in den letzten Tagen passiert ist.“ Es sei eine sachorientierte Diskussion zwischen beiden Parteien gewesen, erklärte er weiter, um dann in typischer Habeck-Art zu beschreiben. „Wichtig ist es ja, richtig in einen Prozess reinzukommen. Also wenn man die Schraube schräg einsetzt, dann wird sie nie wieder gerade. Diese Schraube ist jedenfalls in den ersten Tagen sehr gerade eingesetzt worden.“ Und: „Es geht so weiter, dass wir unseren bilateralen Gespräche fortsetzen werden.“ Gleichzeitig steigen beide Parteien am Wochenende aber auch in Gespräche mit der SPD und Union ein.

Auffällig: Ob sich beide Parteien über einen gemeinsamen Kurs in Sachfragen wie der Klimakrise oder der Steuerpolitik einigen konnten, wollte keiner der Parteichefs kommentieren. Es wurde wenig inhaltlich. Auch auf Nachfragen von Journalisten wurde darauf verwiesen, dass man keine „Zwischenstände“ oder „Wasserstandsmeldungen“ abgeben wolle, wie Lindner kommentiere. Dennoch bleibt der Eindruck, dass FDP und Grüne sehr darum bemüht sind, sich auf einen gemeinsamen Kurs zu einigen. Das dürfte vor allem dann wichtig werden, wenn es in Koalitionsverhandlungen geht, egal ob mit der Union oder der SPD.

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