Nicht nur finanzielles Risiko

Sommerreifen im Winter: Wer zahlt bei Unfällen?

Wer bei Schnee und Eis noch mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert Bußgelder - und die Sicherheit.
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12. Dezember 2019 - 20:45 Uhr

Winterreifen sind Pflicht – ausschlaggebend ist das Wetter

Schnee, Matsch, Eis und Glätte: In Deutschland gilt zwar keine Winterreifenpflicht nach Datum – wohl aber nach Wetter. Wenn die Bedingungen auf den Straßen durch den Winter schwierig werden, muss das Auto entsprechend ausgerüstet sein. Denn sonst drohen nicht nur Bußgelder, sondern im schlimmsten Fall auch schlimme Unfälle wie gerade in Bayern, wo ein 26-Jähriger gegen einen LKW prallte und starb. Doch auch, wenn der Unfall glimpflicher ausgeht, können Sommerreifen zum Verhängnis werden – dann vor allem finanziell.

Keine Winterreifen: Bußgeld und Punkt

Wie der ADAC erklärt, reicht es bei Winter-Witterung schon aus, mit den falschen Reifen ohne Schneeflocken-Symbol und der Kennzeichnung M+S (Matsch und Schnee) erwischt zu werden: Dieser Verstoß wird nach der Straßenverkehrsordnung mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro geahndet, dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Werden zusätzlich noch Dritte behindert, erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro.

Wichtig hierbei: Nicht nur der Fahrer selbst, auch der Halter des Autos muss zahlen, wenn er sich nicht um die richtige Bereifung kümmert – und zwar 75 Euro plus Punkt. Für Zweiräder wie Mofas und Motorräder gilt die situative Winterreifenpflicht nicht.

Unfall mit Sommerreifen kann teuer werden

Wie sieht es aus, wenn tatsächlich etwas passiert? Ist das Fahrzeug des Unfallverursachers nicht mit Winterreifen ausgestattet, kann die Kaskoversicherung ihre Zahlungen erheblich einkürzen – der Unfallverursacher muss also im Zweifelsfall gehörig blechen. Dafür muss allerdings nachgewiesen werden, dass der Versicherte beziehungsweise Fahrer grob fahrlässig gehandelt hat. Da sich die Witterung hierzulande selbst im Winter zwischendurch durchaus mild gibt und die Straßenbedingungen oft nicht erschwert sind, gibt es auch Gerichtsurteile, die zugunsten des Versicherten entschieden wurden. Hier entscheidet der Einzelfall.

Für die Schäden des Unfallopfers kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers auf, kann von letzterem aber bis zu 5.000 Euro zurückfordern. Allerdings gilt: Auch, wenn man selbst nicht für den Unfall verantwortlich ist, aber mit Sommerreifen unterwegs war, kann es teuer werden – denn dann kann es zu einer Mithaftung kommen, durch die die Kfz-Haftpflichtversicherung den Schaden nicht mehr komplett ersetzt.

Welche Bedingungen müssen Winterreifen erfüllen?

Letztendlich fährt man im wahrsten Sinn des Wortes also gut damit, sich bei Winterreifen an die inoffizielle Regel "von Oktober bis Ostern" zu halten – nicht nur für den Geldbeutel, sondern vor allem natürlich für die Sicherheit. Welche Anforderungen die genau erfüllen müssen und was beim Wechsel zu beachten ist, erfahren Sie hier.