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Sofia Goggia und Federica Brignone: Mega-Zoff der Ski-Superstars

Was geht denn in Italien ab?

Mega-Zoff der Ski-Superstars Sofia Goggia und Federica Brignone

2022 Beijing Olympics - Alpine Skiing - Women's Downhill - National Alpine Skiing Centre, Yanqing district, Beijing, China - February 15, 2022.  Sofia Goggia of Italy reacts after her run. REUTERS/Jorge Silva
Italiens Speed-Queen: Sofia Goggia.
sg, REUTERS, JORGE SILVA

Bei den Olympischen Winterspielen in Peking räumen Sofia Goggia und Federica Brignone jeweils eine Medaille ab. Doch abseits der Piste knirscht es gewaltig zwischen den beiden italienischen Ski-Assen. Entscheidend mit involviert in den Konflikt: Brignones Mutter.

"Sie sucht höllisch nach Anerkennung"

Silber-Wunder für Sofia Goggia in der Abfahrt , Silber für Federica Brignone im Riesenslalom: Eigentlich erlebten die Ski-Stars zufriedenstellende Spiele in Peking. Wäre da nicht die harschen Worte, die Brignones Mutter Maria Rosa Quario an die Teamkollegin ihrer Tochter richtete.

Quario, selbst Ex-Skifahrerin und als Journalistin bei Olympia im Einsatz, nahm zunächst die bei einem schweren Sturz in Corinta d'Ampezzo im Januar erlittene Kreuzbandverletzung Goggias aufs Korn. "Sofia sieht sich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, das genießt sie. Sie sucht höllisch nach Anerkennung", kritisierte die 60-Jährige bei "Radio Capital".

Ihre Tochter sei "dagegen schüchtern und sie interessiert es nicht, was die Leute über sie denken", ergänzte Quario. Goggia und Brignone seien "noch nie Freundinnen" gewesen. "Auch als sie noch niemand kannte, konnten sie nicht gut miteinander", plauderte die Mutter der Gesamtweltcupsiegerin von 2019/2020 aus.

Nach Goggias Silber-Triumph in der Abfahrt legte Quario in einem Beitrag für "Il Giornale" nach. "Wirkt ein Mensch nicht egozentrisch, wenn er wenige Stunden nach dem Rennen zu Hause anruft, aber nicht, um seine Freude und seinen Stolz zu teilen, sondern um zu erfahren, wie die Reaktionen auf seine Medaille in Italien waren?", hieß es in dem Text.

"Nicht nur ein Affront gegen mich"

Die doppelte Breitseite aus dem Brignone-Lager wollte Goggia nicht auf sich sitzen lassen. "Es ist das erste Mal, dass ich offen und klar darüber spreche. Ich will den Konflikt nicht weiter schüren", erklärte sie bei "RTL". "Die Worte von Quario sind aber nicht nur ein Affront gegen mich, sondern gegen alle, die sich um mich gekümmert haben und es für alle anderen Athleten weiter tun. Denn ich, die Ärzte sowie die Trainer wissen genau, wie es um mich wenige Tage vor Olympia stand."

Sie habe "täglich 15 Stunden gearbeitet", um sich ihren Olympia-Traum in Peking doch noch zu erfüllen, schilderte Goggia, von morgens 6:15 Uhr bis abends um 21 Uhr. "Der erste Tag auf dem Schnee in China war für mich traumatisch. Es war wirklich schwer", klagte die Goldmedaillengewinnerin von Pyeongchang.

Gegenwind für "Löwenmama" Quario kommt inzwischen sogar aus der eigenen Familie. Davide Brignone, Trainer von Federica, erklärte in der "Gazzetta dello Sport", er sei "genervt" vom Verhalten seiner Mutter. "Federica leidet darunter. Ich kann meine Mutter hier nicht verstehen. Sie hat jegliches Recht, sich diese Sachen zu denken, denn sie ist nicht die Erste und wird nicht die Letzte sein, die solche Gedanken hat. Aber warum sagt sie es nur?" (tno/sport.de)