Werden wir bald bei der Arbeit gepikst?

So bereiten sich Hamburger Unternehmen auf Impfungen vor

Ein Arzt zieht in einer Hausarztpraxis eine Spritze mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech auf. Können bald auch die Betriebsärzte in der Hansestadt mitpiksen?
Ein Arzt zieht in einer Hausarztpraxis eine Spritze mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech auf. Können bald auch die Betriebsärzte in der Hansestadt mitpiksen?
© dpa, Sebastian Gollnow, scg exa

20. April 2021 - 16:11 Uhr

Hamburgs Wirtschaft steht bereit

Immer mehr Hamburger Unternehmen wollen aktiv im Kampf gegen das Coronavirus mithelfen und ihre Beschäftigten durch die eigenen Betriebsärzten impfen. Die 172.000 Mitgliedsunternehmen der Hamburger Handelskammer könnten damit einen wichtigen Beitrag zur Impfkampagnen leisten, betont der Präsident Norbert Aust gegenüber der Deutschen Presseagentur. Insgesamt könne man so bis zu 800.000 Mitarbeiter vor dem tödlichen Virus schützen. Entsprechende Pläne haben nach dpa-Informationen die Lufthansa, die Otto Group, Beiersdorf und die Haspa angekündigt.

Alles ist bereit - nur der Impfstoff fehlt

Der Werkarzt Dr. Michael Reusch-Moosleitner der Firma Aurubis präsentiert das fertige Impfzentrum in der alten Schlosserei der Firma Aurubis.
Der Werkarzt Dr. Michael Reusch-Moosleitner der Firma Aurubis präsentiert das fertige Impfzentrum in der alten Schlosserei der Firma Aurubis.
© RTL Nord

Auch der Kupferproduzent Aurubis hat sich in den vergangenen Wochen intensiv vorbereitet. Der Werkarzt des Hamburger Unternehmens, Dr. Michael Reusch-Moosleitner, führte ein RTL Nord-Team am Dienstag (20. April) durch das werkseigene Impfzentrum. Das ist bereits seit März einsatzbereit: "Wir könnten rein theoretisch morgen starten, wenn wir die Impfdosen hätten. Wir sind auch in der Ambulanz vollständig ausgerüstet, wir haben alle Materialien zur Verfügung, wir haben auch die Lagermöglichkeiten. Dafür haben wir extra Tiefkühlschränke für BionTech und Moderna angeschafft." Sobald der Impfstoff da ist, sollen die 2.200 Mitarbeiter innerhalb von nur drei Wochen vollständig geimpft werden. Idealerweise könnten im Anschluss sogar die Familienangehörigen der Mitarbeiter und auch Personen aus den umliegenden Regionen dort ihren Piks bekommen.

Impfstart in Unternehmen möglicherweise ab Juni

Wann die Unternehmen mit dem Impfstoff beliefert werden können, ist derzeit noch unklar – dafür stehe immer noch nicht genügend Impfstoff zur Verfügung. Laut des Bundesgesundheitsministeriums könnte es im Juni soweit sein, wenn die Lieferzusagen der Impfstoffhersteller eingehalten werden. Die Sprecherin der Sozialbehörde, Anja Segert, betonte zumindest gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass sie Impfungen durch die Betriebsärzte ausdrücklich begrüße. Dies würde die Impfgeschwindigkeit und damit auch das Tempo im Kampf gegen das Coronavirus weiter beschleunigen.

Quelle: DPA / RTL.de

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