Keine Ausreden mehr für Anfänger und Laufmuffel

Slow Jogging – die entspannte Art, Hüftspeck loszuwerden

© Copyright Mihailo Milovanovic,2013.All rights reserved (Copyright Mihailo Milovanovic,2013.All rights reserved (Photographer) - [None], Mihailo Milovanovic

4. Oktober 2019 - 5:53 Uhr

Mehr als langsames Laufen

Ja, es sieht etwas seltsam aus, wenn Slow Jogger im Schneckentempo ihre Runden drehen. Doch der langsame, in Japan entwickelte und erforschte Laufstil, findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Welche Vorteile das Slow Jogging für Körper und Geist hat, erfahren Sie hier.

Slow Jogging ist effektives Training in entspanntem Tempo

Die Mischung aus Laufen und Gehen schont Gelenke - Hüfte und Knie (aber auch die Wirbelsäule) werden kaum belastet. Denn bei dieser Lauftechnik wird der Fuß nicht wie beim Laufen, mit den Fersen zuerst aufgesetzt, sondern zuerst berührt der Mittelfuß den Boden. "Es hilft, den Landungsaufprall beim Laufen zu minimieren", verriet Professor Dr. Hiroaki Tanaka vor einigen Jahren in einem Interview. Der inzwischen verstorbene japanische Sportphysiologe hat Slow Jogging an der Universität Fukuoka entwickelt und erforscht.

Der Laufguru aus Asien legte damit den Start eines Trends in Richtung "Genusslaufen". Anfängern empfahl er, eine Minute zu joggen und 30 Sekunden zu gehen. Denn der ungewohnte Slow-Jogging-Stil belastet in den ersten Wochen die Achillessehnen und die Waden. Daher die Dauer und Intensität der Einheiten am besten langsam steigern (jede Woche 5 bis 10 Minuten länger trainieren) – so lange, bis sich der Körper an die neue Gangart gewöhnt hat.

So funktioniert Slow Jogging

Slow Jogging: Effektives Training bei entspanntem Tempo
Natural- und Lightweight-Modelle sind fürs Slow Jogging zu empfehlen
© iStockphoto, Nedopekin Yuriy

Beim Slow Jogging sollten pro Minute mindestens 180 kleine Schritte gemacht werden. Der Rücken ist gerade, der Kopf aufrecht und der Blick nach vorne gerichtet. Kopf, Schultern, Hüfte und Sprunggelenk sollen beim Auftreten eine gerade Linie bilden. Die Arme sind angewinkelt und schwingen locker mit. Es sollte jederzeit eine Unterhaltung möglich sein. Wenn nicht, dann drosseln Sie das Tempo. Schritte, Distanz und Zeit können Sie mit einer Laufuhr checken. "Die meisten Läufer rennen viel zu schnell durch die Gegend und machen sich unnötigen orthopädischen und psychischen Stress", so Lauf-Experte Herbert Steffny im Interview mit RTL.de. Steffny hat sich als Laufprofi und Buchautor einen Namen gemacht ("Das große Laufbuch"*).

Ganz wichtig sind auch die richtigen Schuhe. Sie sollten leicht und flexibel sein, gut abrollen und eine geringe Höhendifferenz zwischen Ferse und Vorfuß (Sprengung) haben. Natural- und Lightweight-Modelle sind hier zu empfehlen.

Abnehmen durch Laufen ohne Schnaufen?

Aber werden beim langsamen Laufen überhaupt Fett und Kalorien verbrannt? Ja, Slow Jogging ist Studien zufolge sogar genauso effektiv wie schnelles, intensives Laufen. Slow Jogger empfinden beim Workout aber nur geringe Anstrengung.

Slow Jogging löst Glücksgefühle aus

Slow Jogging – genussvoll, effizient und gesund bewegen
Slow Jogging senkt den Blutdruck und ist gut gegen schlechte Laune.
© iStockphoto

Forscher haben nachgewiesen, dass die gesunde Art der Bewegung zur Senkung des Blutdrucks beitragen kann. So können mit regelmäßigem Slow Jogging Werte erzielt werden, die allein mit blutdrucksenkenden Medikamenten nicht zu erreichen gewesen wären. Eine der umfangreichsten Langzeitstudien Europas, die "Copenhagen City Heart Study", definiert das gesündeste Lauftempo als "langsam" oder "moderat".

Bis zu sechs Jahre erlaufen sich Jogger an Lebenszeit, lautet das Ergebnis. Darüber hinaus schüttet der Körper beim Slow Jogging Glücksgefühle aus. Forscher erklären das Phänomen wie folgt: Bereits nach 30 Minuten wird der Stoff Anandamid freigesetzt, der an den gleichen Stellen ansetzt wie der Hauptwirkstoff von Cannabis. Slow Jogging ist also nicht nur gesund, sondern macht auch noch happy.

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